07 May 2026, 00:12

10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Plakat mit einem Insulinfläschchen auf der rechten Seite und Text, der für allgemeine Preisdeckel für Insulin wirbt.

10-Euro-Eintritt für Gräfrather Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest löst Kritik aus

Der Seniorenbeirat Solingen übt scharfe Kritik an der neu eingeführten Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest. Besonders die Arbeitsgruppe Altersarmut des Gremiums argumentiert, dass die Gebühr ältere Bürger mit geringem Einkommen unzumutbar belastet. Die Veranstalter rechtfertigen die Kosten mit steigenden Sicherheitsausgaben, doch Kritiker warnen, dass das traditionelle Gemeinschaftsfest dadurch zu einer exklusiven Veranstaltung werde.

Auslöser der Debatte war die Einführung des Eintrittspreises von 10 Euro, von dem lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden. Der Seniorenbeirat betont, dass viele Rentner sich den Betrag nicht leisten können – dabei seien solche sozialen Veranstaltungen für sie oft lebenswichtig. Für ältere Menschen seien Feste wie dieses eine wichtige Gelegenheit, um Kontakte zu pflegen und Einsamkeit vorzubeugen. Die finanzielle Hürde verschärfe daher ein ohnehin drängendes Problem.

Kritiker sehen in der Gebühr einen Bruch mit der bisherigen Identität des Festes, das sich bisher als offene, inklusive Plattform verstanden habe. Der Beirat verweist darauf, dass Altersarmut in Solingen weit verbreitet sei – selbst kleine Beträge könnten für Betroffene eine unüberwindbare Barriere darstellen. Zwar verweisen die Veranstalter auf einen kostenlosen Familientag am Sonntag, doch der Beirat hält entgegen, dass dies alleinstehende Senioren kaum entlaste.

Als Lösung fordert der Seniorenbeirat fairere Modelle: gestaffelte Preise, Ermäßigungen für ältere Besucher oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Ziel sei es, wirtschaftliche Zwänge mit sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen und das Fest für alle zugänglich zu halten.

Die Auseinandersetzung um die Eintrittsgebühr des Gräfrather Marktfests steht exemplarisch für eine größere Debatte über Bezahlbarkeit bei kommunalen Veranstaltungen. Angesichts fester Einkommen und steigender Lebenshaltungskosten betont der Beirat, dass selbst moderate Gebühren viele Senioren ausschließen könnten. Wie Solingen künftig den Spagat zwischen Kosten und Inklusion bei öffentlichen Veranstaltungen meistert, könnte an diesem Beispiel entschieden werden.

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