16 January 2026, 06:23

300 Jahre altes Rätsel: Wie ein Häftling mit einem Zauberspruch aus bayerischem Gefängnis floh

Ein offenes, weißes Buch mit schwarzer Handschrift, das als erste Seite eines Manuskripts aus dem 17. Jahrhundert gilt.

300 Jahre altes Rätsel: Wie ein Häftling mit einem Zauberspruch aus bayerischem Gefängnis floh

Ein 300 Jahre altes Rätsel taucht in Bayern wieder auf – nach dem Fund einer seltenen Handschrift

In Bayern ist ein jahrhundertealtes Mysterium neu aufgeflammt, nachdem ein führender Archivar ein ungewöhnliches Manuskript entdeckt hat. Dr. Christoph Bachmann, Direktor des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München, präsentierte kürzlich ein Dokument mit dem Titel „Ein Tölzer Zauberbuch?“ – einen Text, der mit einer spektakulären Gefängnisflucht im Jahr 1704 in Verbindung steht.

Der 62-jährige Historiker, der ursprünglich aus der Region Chiemgau stammt, forscht seit Jahrzehnten zu ungelösten Fällen und obskuren Rechtsdokumenten. Seine jüngste Entdeckung dreht sich um Ignaz Preu, einen Häftling, der angeblich mit Hilfe eines magischen Spruchs aus dem Gefängnis von Lenggries floh. Laut der Handschrift rezitierte Preu einen Zauber aus dem sogenannten „Tölzer Hexenrecht“, um seine Zellentür zu öffnen und spurlos zu verschwinden.

Bachmanns Erkenntnisse wurden in „Nachrichten aus den Staatsarchiven“, einer Fachzeitschrift für historische Forschung, veröffentlicht. Das von ihm geleitete Bayerische Hauptstaatsarchiv bewahrt auf über 55 Regalkilometern Dokumente aus acht Jahrhunderten. Seine bisherigen Arbeiten umfassen Studien zur NS-Zeit, Rechtsgeschichte und Agrarforschung, doch dieser Fall führt ihn erstmals in die Welt des Aberglaubens und der frühneuzeitlichen Kriminalgeschichte. Die Handschrift deutet darauf hin, dass Preus Flucht auf den lokalen Glauben an übernatürliche Gerechtigkeit zurückging. Während Skeptiker die Geschichte als bloße Legende abtun, bleibt der Text ein faszinierendes Zeugnis dafür, wie sich einst Recht und Mystik im ländlichen Bayern vermischten.

Der Fund bereichert die bayerische Rechtsgeschichte um ein neues Kapitel. Bachmanns Analyse liefert bisher unbekannte Einblicke, wie Gefangene und Gemeinden im 18. Jahrhundert Gerechtigkeit wahrnahmen. Das Manuskript ist nun Teil der wachsenden Sammlung ungewöhnlicher historischer Quellen des Staatsarchivs.