50 Jahre nach dem "Diebstahl": Tourist zahlt 20 Euro für gestohlenen Maßkrug
Philipp Hartmann50 Jahre nach dem "Diebstahl": Tourist zahlt 20 Euro für gestohlenen Maßkrug
Ein Tourist hat 20 Euro an Münchens Hofbräuhaus überwiesen – als verspätete Entschuldigung dafür, dass er 1976 einen Bierkrug mitgenommen hatte. Der halbe Liter Steingut, bekannt als Maßkrug, verschwand damals während eines geselligen Abends vor fast 50 Jahren.
Der zurückerstattete Betrag kommt nun einer lokalen Kinderhilfsorganisation zugute.
Beteiligt war ein englischsprachiger Gast, der den Krug aus der berühmten Bierhalle "ausgeliehen" hatte. Das Modell, eine "Saga"-Ausführung, kostet heute im Handel 19,95 Euro. Zwar führt das Hofbräuhaus keine Statistik über fehlende Krüge – beschädigte Exemplare werden sofort aussortiert –, doch tauchen solche Fälle gelegentlich wieder auf.
Ähnliche Geschichten gibt es regelmäßig. Drei- bis viermal im Jahr erreicht die Gaststätte Briefe mit zurückgeschickten Krügen oder Entschädigungszahlungen. 2020 schickte eine Amerikanerin nach 55 Jahren einen entwendeten Krug an die Platzl-Bierhalle zurück. In den letzten zehn Jahren wurde jedoch in keinem Fall bestätigt, dass es sich um Diebesgut handelte. Alle Vorfälle wurden finanziell geregelt, ohne juristische Konsequenzen.
Die jüngste Zahlung von 20 Euro fließt an Bunte Münchner Kindl, eine Einrichtung, die benachteiligten Kindern in München hilft.
Das Hofbräuhaus betrachtet solche Vorfälle als Lappalien und setzt auf Wohlwollen statt auf Strafverfolgung. Freiwillige Entschädigungen werden an gemeinnützige Zwecke weitergeleitet. Mit dieser Geste profitieren nun bedürftige Kinder vor Ort – und nicht die Bierhalle selbst.






