82 Prozent fordern strengere Alkoholgrenzen für Radfahrer:innen – doch kaum einer kennt die aktuellen Regeln
Noah JägerMehrheit plädiert für strengeres Alkoholverbot im Straßenverkehr für Radfahrer - 82 Prozent fordern strengere Alkoholgrenzen für Radfahrer:innen – doch kaum einer kennt die aktuellen Regeln
Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürwortet schärfere Regeln für betrunkenes Radfahren. Derzeit dürfen Radfahrer:innen legal mit einem Blutalkoholwert von bis zu 1,6 Promille fahren, ohne strafrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt: Die meisten halten diesen Grenzwert für viel zu hoch – und viele kennen die bestehende Regelung nicht einmal.
Laut der Erhebung unterstützen 82 Prozent der Befragten eine Absenkung des zulässigen Alkoholgrenzwerts für Radfahrer:innen auf 0,5 Promille oder weniger. Fast ein Drittel geht noch weiter und fordert ein vollständiges Verbot des Fahrradfahrens unter Alkoholeinfluss. Aktuell drohen Radfahrer:innen bei Werten unter 1,6 Promille keine Sanktionen – anders als Autofahrer:innen, für die bereits bei deutlich niedrigeren Werten Konsequenzen greifen.
Zudem unterschätzten die meisten Befragten die geltenden Regeln: Weniger als ein Fünftel kannte den korrekten Grenzwert, während fast die Hälfte fälschlicherweise annahm, dieser liege bereits bei 0,5 Promille. Die Umfrage offenbart auch, dass viele selbst leichten Alkoholkonsum als ernsthaftes Risiko einstuften: Die Mehrheit considérée leichten bis moderaten Alkoholgenuss als erhebliche oder schwere Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit. Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), hat wiederholt auf die Gefahren von alkoholisiertem Radfahren hingewiesen. Die Mehrheit der Befragten sprach sich für strengere Kontrollen aus und befürwortete Bußgelder oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen für betrunkene Radfahrer:innen.
Die Ergebnisse deuten auf eine breite öffentliche Unterstützung für strengere Vorschriften hin. Da die meisten Radfahrer:innen den aktuellen Grenzwert von 1,6 Promille nicht kennen, wächst der Druck auf eine Reform. Sollten neue Regeln eingeführt werden, könnten sie das Radfahren an die bereits für Autofahrer:innen geltenden, strengeren Standards angleichen.