AfD gründet neue Jugendorganisation Generation Deutschland – unter Extremismus-Verdacht
Finn WagnerProteste begleiten Gründung von AfD-Jugend in Niedersachsen - AfD gründet neue Jugendorganisation Generation Deutschland – unter Extremismus-Verdacht
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in Niedersachsen eine neue Jugendorganisation mit dem Namen Generation Deutschland gegründet. Die Gründungsversammlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, während vor dem Veranstaltungsort Demonstranten zusammenkamen. Die Landesbehörden haben den niedersächsischen AfD-Landesverband bereits als extremistisch eingestuft – eine Entwicklung, die Fragen zur Ausrichtung der neuen Gruppe aufwirft.
Die Gründung folgt auf die Auflösung der Jungen Alternative, der früheren AfD-Jugendorganisation, die im März 2025 als rechtsextrem verboten worden war. Behörden warnen nun vor ideologischen und personellen Überschneidungen zwischen der alten und der neuen Gruppe. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat auf mögliche Kontinuitäten in Führung und Gesinnung hingewiesen.
Den Vorsitz von Generation Deutschland in Niedersachsen übernimmt Micha Fehre, ein 28-jähriger AfD-Abgeordneter im Bundestag. Dem Landesvorstand gehören elf Mitglieder an, doch die genauen Zahlen der örtlichen Mitgliedschaft bleiben unklar. Bundesweit gibt die Organisation an, bis November 2025 rund 2.000 Anmeldungen erhalten zu haben.
In ihrem Programm fordert Generation Deutschland eine verschärfte Migrationspolitik, darunter Abschiebungen von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Zudem setzt sie sich für die Förderung junger Familien, niedrigere Betriebskosten, eine Rückkehr zur Kernenergie sowie die sogenannte Remigration ein – ein Begriff, der mit umstrittenen Plänen für Massenabschiebungen in Verbindung gebracht wird.
Fehre hat öffentlich gefordert, dass Menschen ohne legalen Status Deutschland verlassen müssten. Die Gruppe präsentiert sich selbst als Bewegung, die jungen Menschen politische Teilhabe und eine Plattform für ihre Anliegen bieten will.
Die Gründung von Generation Deutschland erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der niedersächsische AfD-Landesverband als extremistisch eingestuft ist. Angesichts der Verbindungen zu einer verbotenen Vorgängerorganisation und einer harten Linie in der Migrationspolitik wird die Gruppe voraussichtlich weiter unter Beobachtung stehen. Wie stark sie in der Region wachsen und an Einfluss gewinnen wird, bleibt abzuwarten.






