Aktivisten schlagen 14 Thesen an Dresdner Kirchen – Protest gegen Reformen der Landeskirche

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Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes zu sehen.

Reformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - Aktivisten schlagen 14 Thesen an Dresdner Kirchen – Protest gegen Reformen der Landeskirche

Eine Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten hat am 6. Januar, dem Fest Epiphanias, 14 Thesen an den Türen zweier großer Dresdner Kirchen angebracht – eine bewusste Anspielung auf den historischen Protest von 1517. Mit der Aktion, die sich gegen den aktuellen Reformprozess der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens richtet, werfen die Kritiker der Kirche vor, durch die geplanten Veränderungen die Bindung zum gemeindlichen Leben zu schwächen und Macht zu schnell zu zentralisieren.

Die Basisbewegung Kirche von unten führte die Protestaktion an und befestigte ihre Thesen an der Kreuzkirche und der Dreikönigskirche. Die Aktivistinnen und Aktivisten warnen vor überstürzten Strukturreformen, die die Kirche noch weiter von ihren Gemeinden entfernen könnten. Ihr zentrales Anliegen ist eine Rückkehr zu lokaler Entscheidungsfreiheit: Gemeinden sollen selbst über ihre Größe und kooperative Strukturen bestimmen dürfen.

Die Haltung der Bewegung steht im Kontrast zum laufenden Reformprojekt der Landeskirche, Kirche im Wandel. Die Initiative, die als Reaktion auf schrumpfende Ressourcen und gesellschaftliche Veränderungen gestartet wurde, zielt darauf ab, die Zukunft der Kirche durch Sparmaßnahmen und organisatorische Umstrukturierungen zu sichern. Landesbischof Tobias Bilz, der die Kirche seit 2020 leitet, zeigte sich offen für Rückmeldungen zu den Reformen und bezeichnete die Beiträge von Kirche von unten als wertvollen Teil des Dialogs.

Der Protest der Aktivistinnen und Aktivisten ist eine gezielte Reminiszenz an Martin Luthers 95 Thesen, die vor über 500 Jahren die Reformation auslösten. Mit der Wahl des 6. Januar – ein Datum von großer symbolischer Bedeutung im Christentum – unterstrichen sie die Dringlichkeit ihrer Forderungen. Ihr Plädoyer für das Subsidiaritätsprinzip, bei dem Entscheidungen auf der kleinstmöglichen Ebene getroffen werden, kollidiert mit den Bestrebungen der Kirchenführung nach stärkerer Zentralisierung.

Die Debatte offenbart tiefe Gräben über die künftige Ausrichtung der Kirche, die sich in einer angespannten finanziellen Lage und mit sinkenden Mitgliederzahlen konfrontiert sieht. Zwar signalisierte Bischof Bilz Gesprächsbereitschaft, doch die Forderung der Aktivistinnen und Aktivisten nach freiwilligen Gemeindestrukturen bleibt vorerst ungelöst. Wie die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens es schafft, Tradition und Reform in den kommenden Jahren in Einklang zu bringen, könnte sich an diesem Konflikt entscheiden.

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