30 March 2026, 16:14

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Proteste aus

Gemälde mit dem Titel 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Figuren vor einem Publikum und einer Wand zeigt.

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Proteste aus

Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebkos umstrittene Rückkehr in Un ballo in maschera

Die Berliner Staatsoper hat mit einer mutigen Neuinszenierung von Verdis Un ballo in maschera Premiere gefeiert, in der die Sopranistin Anna Netrebko die Hauptrolle übernahm. Die Vorstellung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Kritiker und Publikum bleiben gespalten über ihre Rückkehr auf die deutsche Bühne.

Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion interpretiert Verdis Klassiker neu und verbindet ihn mit Elementen der queeren Ballroom-Kultur sowie Anspielungen auf die AIDS-Krise. Netrebko übernahm die Rolle der Amelia im Rahmen des Festspielprogramms der Staatsoper. Während die Aufführung für ihre Sänger und Musiker starken Beifall erhielt, buhten einige Zuschauer während der Vorstellung.

Vor dem Opernhaus demonstrierten etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die wegen ihrer angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin in der Kritik steht – darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml im Jahr 2021.

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Intendantin Elisabeth Sobotka verteidigte die Besetzung Netrebkos mit dem Hinweis, die Sängerin habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seitdem nicht dorthin zurückgekehrt. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war zuvor bereits an der Staatsoper Unter den Linden aufgetreten, hatte sich 2023 jedoch wegen der Kontroversen zurückgezogen. Ab der Spielzeit 2025–2026 kehrte sie schrittweise an Häuser wie die Hamburger Staatsoper und die Oper Leipzig zurück – und entfachte damit erneut Debatten über künstlerische Freiheit und politische Verantwortung.

Die Premiere unterstrich die anhaltenden Spannungen um Netrebkos Karriere in Deutschland. Trotz der Proteste und vereinzelter Buhrufe erhielt ihre Darstellung begeisterten Applaus von vielen Besuchern. Die künstlerischen Entscheidungen der Produktion und ihre Rückkehr auf große Bühnen werden die Diskussionen in den kommenden Monaten wohl weiter befeuern.

Quelle