Asse-Bergung scheitert: 126.000 Atommüll-Fässer bleiben vorerst im maroden Endlager
Noah JägerVerwaiste Kernkraftwerks-Endlager Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse-Bergung scheitert: 126.000 Atommüll-Fässer bleiben vorerst im maroden Endlager
Pläne zur Bergung von 126.000 Fässern mit atomarem Abfall aus dem Endlager Asse sind gescheitert. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat den geplanten Starttermin für das Jahr 2033 verworfen – das Projekt befindet sich damit in einer ungewissen Phase. Steigende Sicherheitsbedenken und veraltete Kostenschätzungen zwingen die Verantwortlichen nun, die gesamte Operation neu zu überdenken.
Die Anlage Asse, ein ehemaliges Salzbergwerk, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren eingelagert wurden. 2020 hatte die BGE einen Plan vorgelegt, der die Bergung der Fässer ab 2033 vorsah – mit vorläufigen Kosten von über drei Milliarden Euro. Doch dem Vorhaben mangelte es an detaillierter Planung, und die groben Schätzungen erwiesen sich bald als deutlich zu niedrig.
Seither hat sich der Zustand des Standorts weiter verschlechtert. Eindringendes Grundwasser löst das Salz auf, was zu verstärkten Einstürzen und Bodensenkungen führt. Sicherheitsberichte aus den Jahren 2021 bis 2025 verweisen auf wachsende Risiken: Das Steinsalz verformt sich schneller als angenommen, in den oberen Schichten breiten sich Risse aus, und bei Remlinghausen drohen mögliche Absackungen an der Oberfläche. Angesichts dieser Gefahren mehren sich die Forderungen nach zügigem Handeln.
Nach geltendem Recht ist die BGE verpflichtet, Asse unverzüglich stillzulegen und die Abfälle zu bergen. Doch die Behörde gibt nun zu, dass anhaltende Unwägbarkeiten den ursprünglichen Zeitplan undurchführbar machen. Ein neuer Starttermin steht noch nicht fest, allerdings will die BGE im April einen Zwischenbericht zum Stand der Dinge vorlegen.
Mit dem Scheitern des Bergungsplans für 2033 fehlt dem Asse-Projekt eine klare Perspektive. Zunehmende geotechnische Risiken und finanzielle Unsicherheiten bedeuten, dass der Atommüll vorerst unter der Erde bleibt. Die Behörden müssen nun neu bewerten, wie sich das Material sicher entfernen lässt – ohne dass sich der Zustand der Anlage weiter verschlechtert.