Aysha Rafaele prangert Stillstand bei Vielfalt im britischen Fernsehen an
Philipp HartmannAysha Rafaele prangert Stillstand bei Vielfalt im britischen Fernsehen an
Aysha Rafaele, vierfache BAFTA-Preisträgerin, kritisiert mangelnde Fortschritte bei der Repräsentation von Black und British-Asian-Communities auf dem Bildschirm
Trotz großer Hoffnungen nach Adeel Akhtars BAFTA-Gewinn 2017 für Murdered by My Father habe sich kaum etwas verändert, so die kreative Macherin. Ihr neuestes Projekt, Vengeance: Mord auf der Heide, feiert am kommenden Sonntagabend Premiere auf Channel 4.
Rafaeles Frust rührt von den ausbleibenden Fortschritten bei echter Vielfalt seit Akhtars Erfolg. Unmissverständlich erklärt sie: „Seitdem ist auf dem Bildschirm rein gar nichts passiert“ – ein Zeichen für die Stagnation bei authentischen Geschichten über marginalisierte Gruppen.
Um die zögerlichen Drama-Redaktionen zu umgehen, präsentieren Rafaele und ihr kreativer Partner Joseph Bullman ihre Ideen direkt den Dokumentar-Abteilungen. So erhielten sie von Channel 4s Unscripted-Sparte grünes Licht für Dirty Business und Vengeance. Ihre Strategie setzt auf Tempo und kreative Freiheit statt auf große Budgets.
Vengeance: Mord auf der Heide basiert auf dem realen Fall des Sikh-Fernsehmanagers Gagandip Singh, der Opfer einer „Honeytrap“-Intrige wurde. Für Rafaele ist das Projekt eine Chance, unterrepräsentierte Geschichten aus der eigenen Community zu erzählen. Das Ensemble vereint Newcomer mit etablierten Namen wie Asim Chaudhry (Industry) und Laila Rouass.
Die Ausstrahlung startet diesen Sonntag auf Channel 4. Trotz knapper Budgets und weniger redaktioneller Vorgaben bleibt Rafaele ihrer Mission treu: Geschichten zu erzählen, die das Mainstream-Fernsehen nach wie vor ignoriert.
