Bahnstrecke Hamburg–Berlin wieder offen – doch Probleme bleiben ungelöst
Philipp HartmannBahnstrecke Hamburg–Berlin wieder offen – doch Probleme bleiben ungelöst
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb – doch nicht ohne Rückschläge. Die Sanierung, die Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung Dutzender Strecken bis Mitte der 2030er-Jahre ist, verzögerte sich mehrfach und überschritt das geplante Budget deutlich.
Seit Anfang August 2023 war die Strecke für Fern-, Regional- und Güterverkehr gesperrt. Eigentlich sollte sie bereits Anfang Mai 2024 wiedereröffnet werden, doch die Züge rollten erst Mitte Juni – mit sechs Wochen Verspätung.
Langanhaltender Frost im Januar und Februar behinderte die Bauarbeiten, da der gefrorene Boden die Fortschritte blockierte. Ein 300-Millionen-Euro-Notfallfonds wurde vollständig aufgebraucht, und die Gesamtkosten stiegen auf 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als veranschlagt.
Während der Sperrung wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrzeiten verlängerte. Nach der Wiederinbetriebnahme fielen Aufzüge aus, und die Züge verkehrten nicht wie geplant. Zudem konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht wie vorgesehen installiert werden, sodass eine weitere längere Vollsperrung nötig sein wird.
Die Strecke ist zwar wieder befahrbar, doch einige Probleme sind noch ungelöst. Die unvollendete ETCS-Installation erfordert Nacharbeiten, und die Endkosten des Projekts liegen bereits über den ursprünglichen Schätzungen. Das übergeordnete Modernisierungsprogramm läuft unterdessen weiter – mit weiteren Baumaßnahmen im gesamten Netz.
