Bahnsystem in Deutschland droht Finanzkollaps durch drastische Haushaltskürzungen
Philipp HartmannBahnsystem in Deutschland droht Finanzkollaps durch drastische Haushaltskürzungen
Deutschlands Bahnsystem steht vor schweren Finanzierungsproblemen nach Jahren der Unterinvestitionen. Die Vorgängerregierung kürzte den Kernhaushalt für Verkehr ab 2025 um fast die Hälfte – damit sind große Projekte in Gefahr. Kritiker sprechen von einer Krise für das Schienennetz des Landes.
Die damalige Koalition hatte den Verkehrsetat drastisch reduziert, beginnend 2025. Zudem blieb ein Sonderfonds für Infrastruktur ungenutzt, der eigentlich für den Ausbau oder neue Strecken vorgesehen war. In der Folge warnt das Verkehrsministerium nun vor milliardenschweren Finanzierungslücken bei Bahnprojekten.
Das Ministerium bemüht sich derzeit, innerhalb des straffen Budgets Mittel zu sichern. Milliarden aus dem schuldenfinanzierten Infrastrukturfonds sollen stattdessen in die Modernisierung bestehender Strecken fließen. Der Bundeskabinett wird voraussichtlich am 6. Juli über den Haushalt 2027 und den Finanzplan entscheiden.
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Tarek Al-Wazir, nannte die Lage eine „Insolvenzerklärung“ für die Bahn. Auch der Verkehrsclub VCD kritisierte die Welle von Streichungen bei Bahnvorhaben. Dessen Vorsitzende, Christiane Rohleder, warf der Koalition vor, zu wenig für neue Strecken oder Ausbaumaßnahmen bereitzustellen.
Die Finanzierungslücken gefährden den Ausbau und die Modernisierung der Schieneninfrastruktur. Die Aufwertung bestehender Strecken hängt nun vom Sonderfonds ab. Die anstehende Haushaltsentscheidung des Kabinetts wird die Zukunft des deutschen Schienennetzes prägen.






