Berliner Kulturkrise: Evers übernimmt nach Rücktritt von Wedl-Wilson zwei Ämter gleichzeitig
Noah JägerBerliner Kulturkrise: Evers übernimmt nach Rücktritt von Wedl-Wilson zwei Ämter gleichzeitig
Berliner Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag von ihrem Amt zurück, nachdem ein Bericht bekannt gemacht hatte, dass Mittel für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus rechtswidrig bewilligt worden waren. Nun übernimmt Finanzsenator Stefan Evers zusätzlich ihre Aufgaben, behält aber gleichzeitig sein bisheriges Ressort.
Die Entscheidung fiel nach einer Sitzung der CDU-Bezirksvorsitzenden am Dienstagabend. Zunächst war Thomas Heilmann als Favorit für den Posten gehandelt worden. Doch die Runde sprach sich stattdessen für Evers aus – in Anwesenheit von Berlins Regierendem Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzendem Kai Wegner.
Evers, der bereits für die Stadtfinanzen zuständig ist, wird nun bis zu den Wahlen im September beide Ressorts leiten. Er hat sich bereit erklärt, die zusätzliche Arbeitsbelastung in den kommenden Monaten zu stemmen. Zu seinen neuen Aufgaben gehört auch die Finalisierung des Berliner Kapitalfinanzierungsvertrags, der die Kulturförderung regelt.
Wedl-Wilson, eine parteilose Politikerin, war nach Kritik des Berliner Rechnungshofs zurückgetreten. Der Bericht hatte Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Fördergeldern für Antisemitismus-Projekte unter ihrer Verantwortung aufgedeckt.
Evers besetzt damit nun zwei Schlüsselpositionen in der Berliner Landesregierung. Seine Ernennung soll die Kontinuität in den Verhandlungen zur Kulturförderung vor den Herbstwahlen sichern. Der Berliner Kulturbereich bleibt bis zur Neuwahl der Regierung unter seiner Aufsicht.






