Berlins Olympia-Bewerbung 2036: Zwischen Begeisterung und historischen Zweifeln
Leni SchulzVolleys-Pflichtsieg mit Olympia-Werbung im Stadtderby - Berlins Olympia-Bewerbung 2036: Zwischen Begeisterung und historischen Zweifeln
Berlins Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036 gewinnt an Fahrt – doch Skepsis bleibt
Die Bemühungen Berlins um die Austragung der Olympischen Spiele 2036 erhalten zunehmend Rückenwind, nachdem anfängliche Vorbehalte in der Bevölkerung nachlassen. Ein kürzlich ausgetragenes Volleyball-Derby zwischen den BR Volleys und VCO Berlin wurde Teil der Werbekampagne der Stadt und verband Sport mit der Öffentlichkeitsarbeit für die Bewerbung. Parallel machte die Initiative auch Halt bei der "Kiez-Tour" in Marzahn-Hellersdorf, wo Verantwortliche vor Ort Meinungen und Anregungen der Anwohner zum Vorhaben sammelten.
Am 24. Februar 2026 veranstaltete der Senat im Rahmen der "Kiez-Tour" in Marzahn-Hellersdorf eine Veranstaltung, um Unterstützung für die crossregionale Bewerbung "BERLIN+" zu mobilisieren – ein Projekt, das neben der Hauptstadt auch Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern einbindet. Die Aktion ist Teil einer umfassenden Strategie, die Bürger über Formate wie die "Bürgercharta" und unter dem Motto "Mitmachen. Mitreden. Mitgestalten." einbeziehen soll. Gleichzeitig unterstrich Berlins Volleyball-Mannschaft BR Volleys die Kampagne sportlich, indem sie das Derby gegen VCO Berlin mit 3:0 (25:19, 25:17, 25:20) für sich entschied. Der Sieg festigte zudem ihre Tabellenführung in der Liga.
Doch die Bewerbung steht in Konkurrenz zu Hamburg, München und der Rhein-Ruhr-Region. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird voraussichtlich bis Herbst 2026 über den Austragungsort entscheiden. Deutlicher Widerstand kommt unter anderem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der aufgrund der nationalsozialistischen Belastung der Spiele von 1936 eine spätere Bewerbung (2040/2044) bevorzugt. Kritiker verweisen zudem auf finanzielle Risiken, historische Altlasten und mangelnde Transparenz – letztere wurde durch abgelehnte Kostenprüfungen zusätzlich verschärft. In Hamburg lehnt die Linke die Bewerbung wegen unklarer Finanzierung und eines fehlenden Gesamtkonzepts ab.
Befürworter betonen zwar den partizipativen Ansatz der Berliner Bewerbung, doch Zweifler fragen sich, ob öffentliche Veranstaltungen die grundlegenden Bedenken zu Kosten und Nachhaltigkeit ausräumen können.
Die Entscheidung des DOSB wird die olympische Zukunft Deutschlands prägen. Berlins Erfolg hängt dabei sowohl von der öffentlichen Begeisterung als auch von politischer Rückendeckung ab. Sollte die Bewerbung durchkommen, wäre dies ein Comeback der Stadt auf der weltweiten Bühne – allerdings nur, wenn finanzielle, historische und transparenzbezogene Hürden überwunden werden. Der Ausgang bleibt ungewiss, während konkurrierende Städte und Kritiker weiterhin Vorbehalte anmelden.






