24 April 2026, 22:07

Bidirektionales Laden: Wie es die Batterie von E-Autos schneller altern lässt

Liniengraph, der den Anstieg der Verkaufszahlen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bidirektionales Laden: Wie es die Batterie von E-Autos schneller altern lässt

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bidirektionales Laden von Elektrofahrzeugen den Batterieverschleiß über ein Jahrzehnt hinweg um bis zu 6 Prozent beschleunigen könnte. Die Technologie, die es E-Auto-Besitzern ermöglicht, Strom zurück ins Netz zu speisen, bringt zwar durch dynamische Tarife Kosteneinsparungen mit sich – doch Autohersteller und Experten warnen vor einem Abwägen zwischen finanziellen Vorteilen und der langfristigen Gesundheit der Batterie.

Studien der RWTH Aachen zeigen, dass bidirektionales Laden die Alterung der Batterie innerhalb von zehn Jahren um etwa 1,5 bis 6 Prozent erhöht. Für den durchschnittlichen Fahrer bedeutet dies einen Reichweitenverlust von rund 6 bis 19 Kilometern. Der zusätzliche Verschleiß entsteht durch häufigere Ladezyklen, die die Batteriezellen mit der Zeit belasten.

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Dynamische Stromtarife helfen Fahrern, Kosten zu sparen, indem sie dann laden, wenn die Preise niedrig sind. Energiemanagementsysteme passen den Ladevorgang automatisch an die Preissignale an und unterbrechen oder setzen ihn bei Bedarf fort. Laut Florian Ringbeck von der RWTH Aachen schaden diese Unterbrechungen der Batterie jedoch nicht nennenswert.

Einige Hersteller gehen vorsichtig vor: Volkswagen und Ford setzen feste Grenzen für bidirektionales Laden, um die Batterien zu schonen. BMW warnt seine Kunden hingegen, dass eine intensive Nutzung der Funktion Auswirkungen auf die Garantieabdeckung haben könnte. Mercedes-Benz verzichtet zwar auf strenge Beschränkungen, betont aber die Notwendigkeit eines sorgfältigen Energiemanagements.

Netzbetreiber in Deutschland können zudem die Leistung von Wallboxen in Spitzenlastzeiten auf 4,2 Kilowatt drosseln, um Überlastungen zu vermeiden. Eine geringere Ladeleistung verlängert die Lebensdauer der Batterien, da sie die Wärmeentwicklung verringert und schädliche chemische Reaktionen minimiert. Dennoch können dynamische Tarife dazu führen, dass Batterien häufiger vollgeladen werden – was, wie Robin Zalwert vom TÜV-Verband anmerkt, die Alterung beschleunigen kann.

Bidirektionales Laden bietet zwar finanzielle Vorteile, könnte die Batterielebensdauer aber in geringem, aber messbarem Maße verkürzen. Autohersteller und Netzbetreiber müssen daher Kosteneinsparungen und Batterieschutz gegeneinander abwägen. Die langfristigen Auswirkungen hängen davon ab, wie Fahrer und Energiesysteme die Technologie in der Praxis nutzen.

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