Borkum wird zum Schlachtfeld: Gasförderung spaltet Politik und Klimaschützer
Finn WagnerBorkum wird zum Schlachtfeld: Gasförderung spaltet Politik und Klimaschützer
Umstrittene Pläne zur Förderung von Erdgas im Feld N05-A vor Borkum sorgen für heftige Auseinandersetzungen. Trotz massiven Widerstands von Klimaschützern und politischen Gruppen hat der Energiekonzern One-Dyas bereits mit der kfw Förderung begonnen. Die kleine Nordseeinsel ist zum Symbol des Protests gegen den Ausbau fossiler Energien geworden.
Das Gasfeld N05-A liegt etwa 20 Kilometer vor Borkum und erstreckt sich über niederländische und deutsche Gewässer. One-Dyas hat einen Liefervertrag mit EWE abgeschlossen und die Förderung aufgenommen – doch Kritiker werfen dem Unternehmen vor, damit Klimaziele zu untergraben. Aktivisten wie die 21-jährige Fridays-for-Future-Aktivistin Nele Evers bezeichnen es als absurd und völkerrechtlich wie verfassungswidrig, Windenergie für die Förderung fossiler Brennstoffe einzusetzen.
Die Grünen, insbesondere in Baden-Württemberg unter Umweltministerin Thekla Walker, positionieren sich klar gegen das Projekt. Ihre Ablehnung steht im Einklang mit den Klimazielen der Partei vor den Landtagswahlen im März. Um den Deal im Bundesrat zu blockieren, wären jedoch 35 Stimmen nötig – entweder Gegenstimmen oder Enthaltungen. Die von den Grünen geführten Länder verfügen aber nur über 32 Stimmen.
Auch die Linke lehnt die Gasförderung ab und könnte den Ausschlag geben, doch anstehende Wahlen könnten die politische Gemengelage verändern. Da das Wirtschaftsministerium den Vertrag bereits als unterzeichnet betrachtet, bleibt die Entscheidung des Bundesrats eine der letzten Möglichkeiten, das Projekt noch zu stoppen. Klimagruppen üben weiterhin Druck auf die Politik aus, in der Hoffnung, genug Stimmen für eine Blockade zu mobilisieren.
Die Weichen stellt nun der Bundesrat: Jede Stimme könnte über die Zukunft des Projekts entscheiden. Gelingt es den Gegnern, könnte das Feld N05-A unangetastet bleiben – ein seltener Erfolg für die Klimabewegung. Scheitern sie, wird die Gasförderung fortgesetzt und zementiert Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energieträgern für die kommenden Jahre.






