06 February 2026, 00:11

BP baut in Lingen Deutschlands größte Wasserstoffanlage für grüne Energie

Ein großes Gebäude mit einem grünen Zaun davor, umgeben von einer Straße, Gras, Bäumen, Laternenmasten und einer Tafel, unter einem bewölkten Himmel, identifiziert als Hauptsitz von Electrovictoria.

BP baut in Lingen Deutschlands größte Wasserstoffanlage für grüne Energie

BP errichtet in Lingen seine größte Wasserstoffanlage der Bundesländer – nach der endgültigen Investitionsentscheidung im Dezember 2024 soll der Bau beginnen. Die 100-Megawatt-Anlage wird ab 2027 jährlich bis zu 11.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Den Zuschlag für die Montage und Installation zentraler Komponenten des Projekts hat nun Bilfinger erhalten.

Die Anlage markiert einen wichtigen Schritt in den Bestrebungen der Bundesländer nach sauberer Energie. Bereits zu Beginn des Jahres 2025 werden erste Baumaschinen auf dem Gelände erwartet.

Das Wasserstoffwerk wird eine Fläche von 34.000 Quadratmetern einnehmen – etwa die Größe von viereinhalb Fußballfeldern – und entsteht direkt neben der bestehenden BP-Raffinerie in Lingen. Nach der Inbetriebnahme wird es die Produktion klimafreundlicherer Kraftstoffe unterstützen und direkt an das Kernwasserstoffnetz angebunden sein, um Industriekunden in der gesamten Region zu versorgen.

Bilfinger übernimmt dabei die Vorfertigung und Installation von Rohrleitungen, Anlagenteilen sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen. Zudem führt das Unternehmen thermische und kryogene Isolierungsarbeiten durch. Dieser Auftrag folgt auf Bilfingers laufende Integration eines separaten 100-MW-Elektrolyseurs für RWE am selben Standort – beide Projekte sind Teil der übergeordneten GET H2-Wasserstoffinitiative.

Das Projekt "Lingen Green Hydrogen" (LGH2) wird im Rahmen des IPCEI-Programms von der EU gefördert. BP plant bis 2026 die Installation von 20 Protonenaustauschmembran(PEM)-Elektrolyseur-Stacks. Die Anlage reiht sich ein in 30 weitere Wasserstoffprojekte, die derzeit entwickelt werden, darunter RWE-Elektrolyseure sowie ein 500 Kilometer langes Kernnetz, das bis 2025 fertiggestellt werden soll.

Thomas Schulz, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger, bezeichnete die Partnerschaft mit BP als Meilenstein in der Unternehmensstrategie. Er betonte, wie wichtig das Projekt sei, um Bilfinger als führenden Anbieter für Effizienz- und Nachhaltigkeitslösungen zu positionieren.

Ab 2027 wird die Linger Anlage grünen Wasserstoff produzieren und so zum Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur der Bundesländer beitragen. Mit Unterstützung der EU und privater Investitionen fügt sich das Vorhaben in die größeren Bestrebungen ein, ein Netz aus Wasserstoffknotenpunkten und Pipelines in ganz Europa aufzubauen. Weitere Erweiterungen sind bereits für die kommenden Jahre in Planung.