Bundesfinanzhof klärt Steuerfreiheit für betriebsfinanzierte Abschiedsfeiern bis 110 Euro pro Gast

Finn Wagner
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Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte zeigt, umgeben von Text und Zahlen.Finn Wagner

BFH schützt Arbeitnehmer vor Steuern bei Abschiedspartys - Bundesfinanzhof klärt Steuerfreiheit für betriebsfinanzierte Abschiedsfeiern bis 110 Euro pro Gast

Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs hat die steuerliche Behandlung von betriebsfinanzierten Abschiedsfeiern geklärt. Demnach zählen solche Veranstaltungen nicht zum steuerpflichtigen Einkommen der Beschäftigten – vorausgesetzt, die Kosten pro Gast bleiben unter 110 Euro. Dies folgt auf einen Rechtsstreit, in dem ein ehemaliger Sparkassenvorstand für seine fünfstelligen Verabschiedungskosten zunächst vom Finanzamt Niedersachsen zur Kasse gebeten worden war.

Ausgangspunkt des Falls war die Einstufung einer teuren Abschiedsfeier für einen ehemaligen Vorstand als steuerpflichtigen geldwerten Vorteil durch eine niedersächsische Steuerbehörde. Die vom Arbeitgeber vollständig getragene Veranstaltung hatte mehrere Zehntausend Euro gekostet. Der Bundesfinanzhof hob diese Entscheidung auf und urteilte, dass betriebsorganisierte Verabschiedungsfeiern keine privaten Festlichkeiten darstellen und daher nicht als persönliches Einkommen des geehrten Mitarbeiters zu werten sind.

Das Gericht setzte eine klare Grenze: Solange die Kosten pro Gast 110 Euro nicht überschreiten, bleibt der Vorteil steuerfrei. Dies gilt für alle Beschäftigten – nicht nur für Führungskräfte. Das Urteil passt in einen größeren Trend: Im vergangenen Jahr entschied der Bundesfinanzhof in 40 Prozent der Streitfälle zwischen Steuerzahlern oder Unternehmen und den Finanzbehörden zugunsten der Kläger.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Deutschland sich auf eine Welle von Abschiedsfeiern einstellt. Bis 2039 werden voraussichtlich über 13 Millionen Babyboomer in den Ruhestand gehen, was zu einer Zunahme betriebsfinanzierter Verabschiedungen führen dürfte. Öffentliche Daten dazu, wie viele Unternehmen in den letzten Jahren solche Feiern mit Kosten von über 10.000 Euro veranstaltet haben, existieren jedoch nicht.

Das Urteil schafft nun Planungssicherheit für Arbeitgeber und Beschäftigte, die Abschiedsfeiern organisieren. Solange die Ausgaben pro Gast unter 110 Euro bleiben, werden die Veranstaltungen nicht besteuert. Angesichts der Millionen Babyboomer, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, gibt die Entscheidung Unternehmen klare Vorgaben für die Gestaltung von Verabschiedungsfeiern.

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