09 March 2026, 10:09

Bundesregierung kürzt Entwicklungshilfe um zehn Prozent – trotz wachsender Hungerkrisen

Ein Plakat mit einer Weltkarte und dem Text "Wo die Opfer sind: Retten Sie die Überlebenden - 3.950.000 hungernde Menschen".

Bundesregierung kürzt Entwicklungshilfe um zehn Prozent – trotz wachsender Hungerkrisen

Die deutsche Bundesregierung hat die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe für das Jahr 2026 um etwa zehn Prozent gekürzt. Die Kürzungen erfolgen zu einer Zeit, in der die globalen Militärausgaben stark steigen – und lösen damit scharfe Kritik von Hungerhilfeorganisationen aus. Expert:innen warnen, dass die Einschnitte die Ernährungskrisen in Konfliktregionen verschärfen könnten, wo bereits Millionen Menschen unter schweren Versorgungsengpässen leiden.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verfügt nun über ein Budget von rund zehn Milliarden Euro – etwa eine Milliarde weniger als in den Vorjahren. Besonders betroffen sind Afrika und fragile Staaten, die etwa 65 Prozent der internationalen Entwicklungshilfegelder erhalten. Diese Regionen kämpfen bereits 2024 mit 20 Ernährungsnotlagen, von denen fast 140 Millionen Menschen bedroht sind.

Krieg und Konflikte bleiben die Hauptursachen für Hunger weltweit. Die Organisation Global Hunger Relief bezeichnete die Haushaltskürzungen als "mehr als problematisch" und argumentiert, sie stünden im Widerspruch zu den stark steigenden Rüstungsausgaben. Der Generalsekretär der Organisation, Mathias Mogge, betonte, dass der Anstieg der Waffenexporte die Bemühungen untergrabe, den Hunger bis 2030 zu beenden.

Daten zeigen, dass die Transfers schwerer Waffen zwischen 2021 und 2025 um 9,2 Prozent gestiegen sind und ein Niveau erreichen, wie es seit den 1980er-Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Deutschland hat sich zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt entwickelt und bedient 5,7 Prozent des globalen Marktes – noch vor China. Europäische Staaten haben im selben Zeitraum zudem ihre Importe von Schwerwaffen wie Panzern, Artillerie und Kampfflugzeugen verdreifacht.

Angesichts der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten befürchten Hilfsorganisationen, dass sich die Zahl der Hungernden weiter erhöhen könnte. Die Kürzungen bei der Entwicklungshilfe könnten die ohnehin schon verletzlichen Bevölkerungsgruppen noch weniger Ressourcen im Kampf gegen Nahrungsmittelknappheit lassen.

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Die Reduzierung des deutschen Entwicklungsetats wird vor allem die von Krisen betroffenen Regionen hart treffen. Während die Militärausgaben steigen, warnen humanitäre Organisationen vor einer Verschärfung der Ernährungsunsicherheit für Millionen Menschen. Die wachsende Kluft zwischen steigenden Rüstungsgeschäften und schrumpfenden Entwicklungshilfemitteln wirft Zweifel daran auf, ob die globalen Ziele zur Hungerbekämpfung noch erreicht werden können.

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