Bundesregierung will explodierende Spritpreise mit neuem Gesetz bremsen
Leni SchulzBundesregierung wird Preispaket für Kraftstoffe bis Anfang April abschließen - Bundesregierung will explodierende Spritpreise mit neuem Gesetz bremsen
Die deutsche Bundesregierung treibt ihre Pläne zur Bekämpfung der stark gestiegenen Spritpreise voran. Ein neuer Gesetzentwurf, der in dieser Woche erstmals im Bundestag beraten wird, soll die drastischen Preiserhöhungen an den Tankstellen bremsen. Die Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Autofahrer in Deutschland mit deutlich stärkeren Preissprüngen konfrontiert sind als in den meisten anderen europäischen Ländern.
Die Kraftstoffkosten in Deutschland liegen mittlerweile weit über dem EU-Durchschnitt. Seit Beginn der Krise sind die Benzinpreise um 28,9 % gestiegen – fast doppelt so viel wie der europaweite Anstieg von 15,8 %. Auch Diesel folgt diesem Trend: Deutschland verzeichnet hier nach Österreich und Polen die dritthöchste Steigerung. Selbst im März 2026 stiegen die Preise für Benzin um 3,5 % und für Diesel um 4,6 %, während sie in anderen EU-Ländern nur um 1,5 bis 1,8 % zunahmen. Zwar tragen hohe Energiesteuern (65,4 Cent pro Liter bei Benzin, 47 Cent bei Diesel) und die CO₂-Bepreisung (16–20 Cent pro Liter) zu den Kosten bei, doch erklären sie die große Preislücke nicht vollständig.
Die Regierung reagiert mit schärferen Vorschriften für Tankstellen. Künftig dürfen Betreiber dem Entwurf zufolge die Preise nur noch einmal täglich anheben. Das Bundeskartellamt soll zudem mehr Befugnisse erhalten, um ungerechtfertigte Großhandelspreiserhöhungen schneller zu prüfen und zu blockieren. Preissenkungen bleiben jedoch weiterhin möglich, um den Wettbewerb zu fördern.
Um den Marktdruck zu verringern, plant die Regierung außerdem, Teile der strategischen Ölreserven freizugeben. Ziel ist es, die globalen Preise zu stabilisieren und gleichzeitig für mehr Fairness an den Zapfsäulen zu sorgen. Der Bundestag strebt an, das Gesetz bis Anfang April zu verabschieden; zeitgleich soll auch das vollständige Entlastungspaket für die Spritpreise in Kraft treten.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden den Behörden mehr Kontrolle über die Kraftstoffpreise geben und tägliche Erhöhungen begrenzen. Bei einer Zustimmung könnten die Maßnahmen bereits in wenigen Wochen greifen. Autofahrer dürfen dann mit stabileren Preisen rechnen – auch wenn Steuern und die globale Ölpreisentwicklung weiterhin eine Rolle spielen werden.






