Bundeswehr reformiert Reserve: Höhere Altersgrenze und mehr Rechte für Reservisten
Philipp HartmannBundeswehr reformiert Reserve: Höhere Altersgrenze und mehr Rechte für Reservisten
Bundeswehr will Reserve reformieren: Neue Strategie und gesetzliche Änderungen
Das Bundesverteidigungsministerium plant eine Reform der Reservekräfte mit einer neuen Strategie und gesetzlichen Anpassungen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wird die Pläne am Mittwoch vorstellen – mit dem Ziel, die militärische Einsatzbereitschaft Deutschlands zu stärken. Zu den Vorschlägen gehören eine Anhebung der Altersgrenze für Reservisten sowie verbesserte Ausbildungsbedingungen.
Bisher können Reservistinnen und Reservisten bis zum Alter von 65 Jahren dienen. Das geplante Reservistenstärkungsgesetz, das noch in diesem Sommer kommen soll, wird diese Grenze auf 70 Jahre anheben. Begründet wird dies damit, dass Menschen heute länger fit bleiben und andere Länder die Altersgrenzen bereits angepasst hätten.
Zudem soll Arbeitgebern künftig das Recht entzogen werden, die Teilnahme von Reservisten an Übungen zu blockieren. Bisher können Unternehmen Einsätze ablehnen, doch dieses freiwillige Prinzip wird abgeschafft. Aktuell sind rund 60.000 Reservisten einsatzbereit und für schnelle Verlegungen vorgesehen – die Gesamtzahl der Reservisten bleibt jedoch unklar.
Bessere Ausstattung und zielgerichtetes Training sollen Priorität erhalten. Eine jährliche Planung wird festlegen, wie viele Reservisten an Übungen teilnehmen. Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr mit etwa 110.000 Mitgliedern fordert seit Langem solche Verbesserungen, um die Einsatzfähigkeit und Vorbereitung der Truppen zu gewährleisten.
Die Reformen werden die Organisation und Unterstützung der Reservisten grundlegend ändern: Arbeitgeber haben künftig keinen Einfluss mehr auf Einberufungen, und ältere Reservisten dürfen länger dienen. Ziel des Ministeriums ist es, eine zuverlässigere und leistungsfähigere Reserve für künftige Herausforderungen aufzubauen.






