10 April 2026, 12:09

Cannabis-Legalisierung in Brandenburg: Warum der Schwarzmarkt stärker ist denn je

Gruppe von Menschen um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild versammelt, mit Papieren im Fahrzeug, umgeben von Gebäuden, Laternenmästen und einem klaren blauen Himmel.

Cannabis-Legalisierung in Brandenburg: Warum der Schwarzmarkt stärker ist denn je

Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann eingeräumt, dass die Reform ihr Ziel verfehlt hat: Der Schwarzmarkt konnte nicht geschwächt werden. Zwar sollten die geplanten Anbauvereine den illegalen Handel eindämmen, doch inzwischen geben Behörden zu, dass die Nachfrage das legale Angebot bei Weitem übersteigt. Die CDU in Brandenburg hat sogar beschlossen, das Gesetz komplett abzuschaffen.

Die erste Stufe der Legalisierung trat am 1. April 2024 in Kraft und erlaubte Erwachsenen den Besitz und Konsum von Cannabis unter strengen Auflagen. Ab dem 1. Juli 2024 durften nicht-kommerzielle Anbauvereine – beschränkt auf maximal 500 Mitglieder – Cannabis ausschließlich für ihre registrierten Nutzer anbauen und verteilen.

In Brandenburg wurden bisher 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge sind noch in Bearbeitung. Bei Kontrollen gab es bislang weder Verstöße noch Bußgelder. Dennoch zeigt sich: Das legale Angebot reicht nicht aus, um die steigende Nachfrage zu decken – der Schwarzmarkt bleibt stärker denn je.

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Doch das Problem beschränkt sich nicht auf die Versorgungslage. Auch die Zahl der Verkehrsdelikte im Zusammenhang mit Cannabis ist gestiegen. 2025 registrierten die Behörden 1.727 Verdachtsfälle von Fahrten unter Drogeneinfluss – ein Anstieg von 31,5 % gegenüber 1.313 Fällen im Vorjahr. Die Zahl der nachgewiesenen Cannabis-unfälle stieg leicht von 115 auf 119.

Behörden warnen, dass der Schwarzmarkt nicht nur überlebt, sondern sogar floriert. Die Legalisierung hat unfreiwillig illegale Netzwerke gestärkt, die nun ihre etablierten Strukturen nutzen, um noch gefährlichere Drogen zu verbreiten. Das Brandenburger Innenministerium sieht darin eine wachsende Gefahr.

Die CDU-Landesversammlung hat darauf reagiert und für die Abschaffung der teilweisen Legalisierung gestimmt. Sollte der Vorstoß erfolgreich sein, würde das bestehende System – inklusive der Anbauvereine – abgeschafft. Vorerst bleibt das Gesetz zwar in Kraft, doch seine Zukunft in Brandenburg ist ungewiss.

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