CDU/CSU fordern höhere Kilometerpauschale wegen explodierender Spritpreise nach Iran-Krise
Finn WagnerGewerkschaftsfraktion fordert höhere Kilometergeldzuschläge wegen gestiegener Kraftstoffpreise - CDU/CSU fordern höhere Kilometerpauschale wegen explodierender Spritpreise nach Iran-Krise
Die Arbeitnehmerflügel von CDU und CSU drängen auf eine Erhöhung der Kilometerpauschale, um Beschäftigten bei den stark gestiegenen Spritkosten entlasten zu können. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise für Benzin und Diesel seit der Zuspitzung des Iran-Konflikts Ende Februar 2026 drastisch angestiegen sind. Abgeordnete bereiten nun die Debatte über Maßnahmen zur Bewältigung der Krise vor, darunter schärfere Regeln für Mineralölkonzerne und Änderungen im Reisekostenrecht.
Schon vor dem jüngsten Preisschub zählten deutsche Autofahrer zu den höchsten Spritkosten in Europa. Im Februar 2026 lag der Durchschnittspreis für Superbenzin (E5) bei etwa 1,81 Euro pro Liter, während Diesel rund 1,75 Euro kostete. Damit gehörte Deutschland zu den teuersten Ländern in der EU – vor allem wegen hoher Steuern –, wobei nur wenige Staaten wie die Niederlande noch höhere Preise verzeichneten.
Seit der Eskalation des Iran-Konflikts sind die Preise weiter gestiegen. Anfang März kostete Super E10 bereits 2,04 Euro pro Liter, Diesel sogar 2,16 Euro. Der Nettoanstieg – 29 Prozent bei Benzin und 44 Prozent bei Diesel – überstieg den EU-Durchschnitt deutlich und lag sogar über der Entwicklung der Rohölpreise. Während Länder wie Ungarn und Kroatien durch Preisdeckel die Kosten niedrig hielten, führt Deutschland die EU nun bei den Spritausgaben an.
Um die Belastung zu mildern, fordern die Arbeitnehmervertreter von CDU und CSU eine Anhebung der steuerfreien Kilometerpauschale für Dienstfahrten von 30 auf 38 Cent pro Kilometer. Zudem schlagen sie zwei Wege vor, das Gesetz anzupassen: entweder durch eine Reform des Bundesreisekostengesetzes oder durch eine Kopplung an das höhere Pendlerpauschale. Ein weiterer Vorschlag sieht ein steuerfreies Mobilitätszuschlag vor, der über Tarifverhandlungen für Beschäftigte mit hohen Fahrtkosten ausgehandelt werden soll.
Der Bundestag wird in Kürze über einen Gesetzentwurf beraten, der die Krise entschärfen soll. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Beschränkung von Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf einmal täglich sowie verschärfte Kartellregeln gegen marktbeherrschende Mineralölkonzerne.
Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung für Pendler zu verringern, während die Spritpreise weiter schwanken. Falls verabschiedet, könnten die höhere Kilometerpauschale und der Mobilitätszuschlag direkte Entlastung für Arbeitnehmer bringen. Die parlamentarische Debatte wird zeigen, ob diese Anpassungen zusammen mit strengeren Marktregulierungen umgesetzt werden.






