02 March 2026, 06:07

Chinamaxxing: Warum junge Deutsche auf chinesische Alltagsroutinen schwören

Eine chinesische Frau in einem Kimono sitzt auf dem Boden, hält eine Tasse Tee in der Hand und hat einen friedlichen Ausdruck, vor einem weißen Hintergrund mit Text auf der rechten Seite.

Warme Füße und Congee: Warum China plötzlich Trendy ist - Chinamaxxing: Warum junge Deutsche auf chinesische Alltagsroutinen schwören

Immer mehr junge Deutsche übernehmen chinesisch inspirierte Alltagsroutinen. Praktiken wie das Trinken von warmem Kräuterwasser oder der Verzehr von Reisbrei liegen voll im Trend. Diese Entwicklung spiegelt ein wachsendes Interesse an traditioneller chinesischer Medizin und Lebensgewohnheiten wider.

Die Bewegung, oft als Chinamaxxing bezeichnet, entstand in den USA, bevor sie nach Europa übergriff. Der aus der Gaming-Kultur entlehnte Begriff beschreibt einen Lebensstil, der auf Ausgeglichenheit und Achtsamkeit setzt. Viele Anhänger sehen darin eine Alternative zu den hektischen, stressgeprägten Abläufen westlicher Gesellschaften.

Der Trend gewann an Fahrt, als sich die Berichterstattung westlicher Medien über China in den vergangenen fünf Jahren wandelte. Anfangs wurden vor allem Chinas technologische Fortschritte gelobt – etwa Huaweis Führungsrolle bei 5G oder Shanghais modernes Lebensgefühl. Später mehrten sich kritische Stimmen zu Überwachung, Menschenrechtsfragen und geopolitischen Spannungen. Dennoch blieben kulturelle Elemente wie Wellness-Praktiken attraktiv.

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In den USA fiel der Trend zudem mit politischen Debatten um TikTok zusammen. Der damalige Präsident Donald Trump wollte die App verbieten, woraufhin Content-Creator nach Alternativen suchten – darunter Xiaohongshu, eine chinesische Lifestyle-Plattform. Diese Entdeckungen machten chinesische Kulturgewohnheiten weiter populär, von Hautpflege-Routinen bis zu Ernährungstraditionen.

Befürworter des Trends heben oft die gesundheitlichen Vorteile hervor, etwa eine verbesserte Verdauung durch warme Kräutergetränke oder die Einfachheit reisbasierter Mahlzeiten. Zwar verbinden manche die Praxis mit politischen Haltungen, doch für die meisten Teilnehmer steht das persönliche Wohlbefinden im Vordergrund – nicht die Ideologie.

Die Übernahme chinesischer Alltagsroutinen nimmt weiter zu, besonders bei jüngeren Generationen. Warme-Wasser-Rituale und Reisbrei gelten inzwischen als praktische Schritte hin zu einem ruhigeren, gesünderen Lebensstil. Wie sich der Trend entwickelt, hängt auch davon ab, wie sich der kulturelle Austausch im Spannungsfeld der Geopolitik weiterentwickelt.