Collien Fernandes bricht ihr Schweigen: Wie digitale Gewalt Frauen zerstört
Leni SchulzCollien Fernandes bricht ihr Schweigen: Wie digitale Gewalt Frauen zerstört
Schauspielerin Collien Fernandes hat sich zur wachsenden Bedrohung durch digitale Gewalt gegen Frauen geäußert. In einem Interview mit dem Spiegel schilderte sie, wie gefälschte Profile, Deepfakes und explizite Inhalte genutzt wurden, um sie gezielt anzugreifen. Die Resonanz auf ihre Geschichte war überwältigend: Zehntausende fordern nun strengere Schutzmaßnahmen.
Fernandes berichtete, wie unbekannte Täter unter ihrem Namen falsche Accounts erstellt hätten – komplett mit manipulierten Fotos, Videos und erfundenen erotischen Geschichten. Sie betonte, dass solche Angriffe keineswegs nur Prominente beträfen: Jede Frau könne Opfer von Online-Belästigung werden.
Die von Journalistin Caren Miosga moderierte Diskussion machte strukturelle Versäumnisse bei der Bekämpfung digitaler Gewalt deutlich. Miosga verwies auf unklare Zuständigkeiten zwischen Sozialen Medien, Strafverfolgungsbehörden und Gerichten. Beide Frauen waren sich einig, dass die aktuellen Maßnahmen in Deutschland unzureichend seien – mit Lücken in der Rechtsgrundlage und mangelnder Unterstützung für Betroffene.
Fernandes forderte dringende Reformen, darunter längere Fristen für die Meldung von Missbrauch, verpflichtende Schulungen für Polizei und Richter:innen sowie Präventionsprogramme an Schulen. Als Vorbild nannte sie Spaniens strengere Gesetze. Auch wirksame Strafen und öffentliche Aufklärungskampagnen seien unverzichtbare Schritte.
Die Diskussion endete mit einem Appell für sichtbare Solidarität, politisches Handeln und gesellschaftlichen Wandel. Ohne klare Regeln und abgestimmte Maßnahmen werde digitale Gewalt Frauen in allen Lebensbereichen weiter schaden. Fernandes und Miosga riefen Politiker:innen, Plattformen und die Justiz zu sofortigen und konkreten Schritten auf.






