07 May 2026, 12:14

"Deutschland schläft wie Dornröschen": Tunnelbau-Pionier warnt vor Bürokratie-Chaos

Schwarzes und weißes Foto eines zerfallenden Tunnels in den Berliner Mauerruinen, mit Schutt auf dem Boden und einem Licht am Ende.

"Deutschland schläft wie Dornröschen": Tunnelbau-Pionier warnt vor Bürokratie-Chaos

Martin Herrenknecht, der 83-jährige Vorstandsvorsitzende der Herrenknecht AG, warnt, Deutschland steuere „geradewegs gegen die Wand“ – schuld sei die überbordende Bürokratie. Sein Unternehmen, weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen, erlebe Verzögerungen bei inländischen Projekten, während Konkurrenzländer mit deutlich schnelleren Genehmigungsverfahren vorankommen.

Die Kritik Herrenknechts fällt in eine Phase, in der ein geplanter Logistik-Hub in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase feststeckt. Zum Vergleich: Ein ähnliches Vorhaben in Chennai, Indien, erhielt innerhalb von nur drei Monaten grünes Licht. Der Unternehmer beschrieb Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen, in dem bürokratische Hürden jeden Fortschritt ersticken.

Die Herrenknecht AG mit Sitz in Schwanau beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und hat maßgeblich an europäischen Großprojekten mitgewirkt – darunter der Gotthard-Basistunnel, der Brenner-Basistunnel und die Stuttgarter Bahnprojekte im Rahmen von Stuttgart 21. Trotz dieser Erfolgsbilanz räumte Herrenknecht ein, dass er sein Unternehmen unter den heutigen regulatorischen Bedingungen nicht mehr gründen könnte.

Zudem kritisierte er die gesellschaftliche Haltung in Deutschland und bezeichnete das Land als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Verärgerung von Wirtschaftsführern über die zähen Entscheidungsprozesse und die komplexen Genehmigungsverfahren wider.

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Die Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten und Herrenknechts Warnungen deuten auf tiefgreifendere strukturelle Probleme in Deutschlands Wirtschafts- und Verwaltungssystem hin. Ohne grundlegende Reformen droht dem Land, im globalen Wettbewerb um Effizienz und Investitionen weiter zurückzufallen.

Quelle