"Die Parabel des Zorns": Ein radikal ehrliches Theaterstück über fette Körper und gesellschaftliche Tabus
Finn Wagner"Die Parabel des Zorns": Ein radikal ehrliches Theaterstück über fette Körper und gesellschaftliche Tabus
„Die Parabel des Zorns“ – Ein mutiges Bühnenstück über das Leben dicker Menschen
Mit „Die Parabel des Zorns“ (La Parabole du Seum) feiert ein gewagtes neues Theaterstück Premiere, das sich mit den Erfahrungen von Menschen auseinandersetzt, die sich als fett identifizieren. Inszeniert von Rébecca Chaillon, einer prägenden Stimme der französischen Kulturszene, lässt sich die Produktion von Octavia Butlers Roman „Parabel des Sämanns“ inspirieren.
Die Aufführung beginnt damit, dass Julie Teuf dem Publikum Butter verteilt. Anschließend werden Szenen aus der Abnehmshow „The Biggest Loser“ nachgestellt – die Waage rückt dabei ins Zentrum der Handlung. Die Darsteller:innen berichten von ihrer Kindheit in den Pariser Banlieues, teilen Erlebnisse von körperlicher Gewalt und dem Leidensdruck, den ihr Körper für sie bedeutet.
An einer Stelle entschuldigen sie sich für ihre Körper, stellen sie als regelbrechend dar. Das Stück spielt auch mit Sprache: Der französische Titel „La Parabole du Seum“ trägt mehrere Bedeutungsebenen in sich. Gegen Ende posieren die Schauspieler:innen in goldener Unterwäsche wie Bodybuilder:innen.
Die Inszenierung stellt gängige Vorstellungen von Körperbild und Identität infrage. Durch persönliche Erzählungen und symbolträchtige Gesten verleiht sie Erfahrungen eine Stimme, die oft übergangen werden. Den Abschluss bildet ein eindrucksvolles Bild von Stärke und Widerstand.






