Dresdens bewegende Gedenkfeier für die NS-Opfer am 27. Januar
Philipp HartmannDresdens bewegende Gedenkfeier für die NS-Opfer am 27. Januar
Dresden gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus bei jährlicher Gedenkveranstaltung
Am 27. Januar fand in Dresden die jährliche Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Die Veranstaltungen in der Kreuzkirche zogen rund 100 Teilnehmer an und waren Teil der bundesweiten Erinnerungsinitiativen zum Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sowie zur Ehrung aller Verfolgten des NS-Regimes.
Eröffnet wurde die Feier von Moderatorin Marianne Schnelle, bevor Bürgermeister Thomas Berling das Wort ergriff. In seiner Rede erinnerte er an die systematischen Massenmorde des NS-Regimes und betonte die Bedeutung, das Gedenken an diese Verbrechen wachzuhalten.
Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule bereicherten die Veranstaltungen heute mit einer theatralischen Darstellung und einem Videoprojekt. Ihre Beiträge umfassten fiktive Postkarten aus der Perspektive lokaler Opfer – eine berührende, persönliche Annäherung an die Vergangenheit. Musiker der Nordhorner Musikschule begleiteten die Feier mit live dargebotener Musik.
Zu den Rednern zählte auch Lodewijk van Mourik, Überlebender des Holocaust. Er teilte seine Lebensgeschichte und richtete eine Botschaft der Hoffnung an die Anwesenden. Sein Zeitzeugenbericht verlieh der Gedenkveranstaltung eine tief persönliche Dimension.
Die Veranstaltungen heute in der Nähe in Nordhorn waren eine von Hunderten in ganz Deutschland am 27. Januar, der seit 1996 nationaler Gedenktag ist. Auch Städte wie Mettmann, Dresden und Wismar organisierten lokale Ehrungen, oft an Orten wie Mahnmalen, Synagogen oder Schulen. In Mettmann stand die Hinrichtung Friedel Diederichs im Neandertal im Mittelpunkt, während Dresden der ermordeten Sinti und Roma sowie der Zwangsarbeiterlager-Häftlinge gedachte.
Nordhorns Gedenkfeier verband Reden, Musik und Schülerprojekte, um der Opfer der NS-Verfolgung zu gedenken. Sie reiht sich ein in die bundesweiten Bemühungen, das Andenken an die Opfer zu bewahren und kommende Generationen aufzuklären. Die Veranstaltungen des Tages sorgten dafür, dass lokale Geschichten von Leid und Widerstand im öffentlichen Bewusstsein verankert bleiben.