06 April 2026, 22:08

DRK-Präsident Gröhe warnt vor Kürzungen in der ambulanten Pflege und fordert Reformen

Altes deutsches Regierungsdokument mit einem kreisförmigen schwarzen Randstempel auf vergilbtem Papier, das schwarze Textschrift enthält.

DRK-Präsident Gröhe warnt vor Kürzungen in der ambulanten Pflege und fordert Reformen

Hermann Gröhe, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), hat vor kurzfristigen Kürzungen bei ambulanten Pflegediensten gewarnt. Er argumentierte, dass eine Reduzierung der Unterstützung jetzt dazu führen könnte, dass mehr ältere und schutzbedürftige Menschen früher in teure stationäre Pflegeeinrichtungen wechseln müssten. Seine Äußerungen erfolgten im Rahmen eines umfassenderen Appells für tiefgreifende Reformen des deutschen Sozialsystems.

Gröhe verwies auf die wachsenden Belastungen für den Sozialstaat, darunter die alternde Bevölkerung, zunehmende Vereinsamung und die Herausforderungen bei der Integration von Migrantinnen und Migranten. Er betonte, dass diese Probleme langfristige Lösungen erforderten – statt kurzfristiger Sparmaßnahmen, die nur oberflächlich Kosten senkten. Seiner Ansicht nach würden heutige Einsparungen auf Kosten der Qualität später zu deutlich höheren Ausgaben führen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Er begrüßte die neu eingesetzte Sozialstaatskommission der Bundesregierung und hob hervor, dass diese zentrale Forderungen von Wohlfahrtsverbänden aufgegriffen habe. Gleichzeitig bestand er darauf, dass echte Veränderungen mehr erforderten als die üblichen Kabinetts- oder Parlamentsdebatten. Sozialverbände, so Gröhe, müssten eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Reformen spielen.

Um die Effizienz zu steigern, forderte er ein zielgenaueres System mit weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung. Zudem setzte er sich für eine Stärkung der präventiven Versorgung ein, um Krankheiten und Pflegebedürftigkeit zu verringern. Trotz der angespannten Wirtschaftslage räumte er ein, dass die Finanzierung des Sozialwesens weiterhin knapp bleibe – und intelligente Ausgaben daher unverzichtbar seien.

Als DRK-Präsident versprach Gröhe, die Perspektive seiner Organisation in die laufende Debatte über die Gesundheitsreformen einzubringen.

Gröhes Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Deutschland mit einem überlasteten Sozialsystem kämpft. Seine Vorschläge zielen auf langfristige Investitionen in Pflege, Prävention und Effizienz ab – statt auf sofortige Haushaltskürzungen. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie diese Herausforderungen in den kommenden Jahren bewältigt werden.

Quelle