Ein CDU-AfD-Foto erschüttert Berlins politische Brandmauer – was bedeutet das?
Philipp HartmannEin CDU-AfD-Foto erschüttert Berlins politische Brandmauer – was bedeutet das?
Ein aktuelles Foto von CDU- und AfD-Politikern hat in Berlin für Aufsehen gesorgt. Guido Heuer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, legte während einer Podiumsdiskussion die Hand auf die Schulter von Ulrich Siegmund. Die Aufnahme hat die Debatte über politische Grenzen in Deutschland neu entfacht.
Der Moment entstand, als Heuer und Siegmund sich einem defekten Mikrofon näherten, um gemeinsam zu sprechen. Ihre kurze Interaktion wurde fotografiert, verbreitete sich rasant und löste in der Berliner Politik Erschütterung aus. Die Grünen kritisierten das Bild umgehend und erklärten, zwischen CDU und AfD sei „keine Distanz mehr erkennbar“.
Eva von Angern, Fraktionschefin der Linken im Landtag, warnte davor, dass solche Fotos mit AfD-Politikern „nie gemacht werden dürften“. Der ZDF-Moderator Markus Lanz hingegen hinterfragte die Praxis, AfD-Mitglieder offen zu meiden, und äußerte Unbehagen über diese Haltung.
Die CDU sah sich später genötigt, das Foto zu verteidigen und sich gleichzeitig dafür zu entschuldigen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die AfD in Umfragen mit 29 Prozent führt – neun Punkte vor der CDU. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gilt nun sogar eine absolute Mehrheit der AfD als möglich.
Die politische Brandmauer in Berlin scheint brüchig zu werden. Beobachter halten ihren vollständigen Zusammenbruch nur noch für eine Frage der Zeit. Das Foto und die anschließenden Reaktionen verdeutlichen die wachsenden Spannungen darüber, wie mit dem erstarkten Einfluss der AfD umgegangen werden soll.






