Eltern kämpfen um Erhalt des deutsch-italienischen Unterrichts in Wolfsburg
Philipp HartmannEltern kämpfen um Erhalt des deutsch-italienischen Unterrichts in Wolfsburg
Eine Online-Petition hat in nur vier Tagen über 550 Unterschriften gesammelt – gerichtet gegen Pläne, den bilingualen Unterricht an der Wolfsburgener Leonardo-da-Vinci-Schule zu kürzen. Das einzige deutsch-italienische Zweisprachenprogramm der Stadt steht vor Einschnitten, obwohl es seit langem fester Bestandteil der Gemeinschaft ist. Eltern und Unterstützer wehren sich gegen die Entscheidung, das Angebot zu reduzieren.
Die Leonardo-da-Vinci-Grund- und Gesamtschule bietet seit ihren Anfängen einen bilingualen Zweig an. Kinder werden hier ab der ersten Klasse sowohl auf Deutsch als auch auf Italienisch unterrichtet. Doch im aktuellen Entwicklungsplan der Stadt wird das Programm nun als „unterausgelastet“ eingestuft – die Auslastung liege unter 70 Prozent der Kapazität.
Ab dem nächsten Schuljahr soll nur noch eine bilingualen Klasse übrig bleiben, statt wie bisher zwei. Die Petition argumentiert, dass diese Kürzung die Zukunft des Programms gefährdet – insbesondere ab der fünften Klasse. Unterstützer bestehen darauf, dass zwei Klassen erhalten bleiben müssen, um den Zweig langfristig zu sichern.
Die italienische Gemeinschaft in Wolfsburg blickt auf eine lange Geschichte zurück: Schon in den 1960er Jahren kamen Arbeiter aus Italien in die Stadt, mittlerweile haben sich über 60.000 Italiener hier niedergelassen und das kulturelle Leben geprägt. Das zweisprachige Programm spiegelt diese Tradition wider, auch wenn es heute das einzige in Wolfsburg ist, das nicht voll ausgelastet ist.
Die Petition lehnt die geplanten Änderungen klar ab und fordert die Schule auf, ihre zweisprachige Tradition zu bewahren. Die Initiatoren betonen, wie wichtig das Programm für Familien ist, die italienisches Erbe und deutsche Bildung gleichermaßen schätzen.
Die Entscheidung der Stadt, den bilingualen Zweig zu verkleinern, hat in der Gemeinschaft eine schnelle Reaktion ausgelöst. Mit über 550 Unterschriften zeigt die Petition bereits jetzt eine starke Unterstützung für den Erhalt der beiden italienischsprachigen Klassen. Die weitere Entwicklung wird entscheiden, ob das Programm in seiner bisherigen Form fortbesteht – oder ob weitere Kürzungen drohen.






