02 April 2026, 14:07

EMAF zeigt umstrittene Künstlerin trotz Antisemitismus-Vorwürfen und BDS-Debatte

Plakat für ein Münchner Festival mit einem Bild einer Frau umgeben von Menschen und Bäumen mit Text.

EMAF zeigt umstrittene Künstlerin trotz Antisemitismus-Vorwürfen und BDS-Debatte

Das European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück hat mit der Aufnahme der palästinensischen Künstlerin Hisham Al-Sharif in sein Programm 2024 für Kontroversen gesorgt. Trotz Vorwürfen des Antisemitismus und Verbindungen zur BDS-Bewegung wird ihr Kurzfilm "Morning Circle" auf dem Festival gezeigt. Sowohl die Stadt Osnabrück als auch die Landesregierung Niedersachsens haben sich von dieser Entscheidung distanziert.

Der Vorstand des EMAF verteidigt die Auswahl und steht weiterhin hinter Al-Sharifs Werk. Das Festival zeigt ihre Filme bereits seit Jahren und betont die langjährige Zusammenarbeit mit palästinensischen Künstler:innen. Das diesjährige Motto "An Incomplete Assembly" thematisiert künstlerische Freiheit und die Komplexität programmatischer Entscheidungen.

Die Stadt Osnabrück anerkennt zwar die Unabhängigkeit des Festivals, macht aber deutlich, dass sie Al-Sharifs Teilnahme nicht unterstützt. Landesvertreter:innen, darunter Ministerpräsident Olaf Lies, zogen ihre Schirmherrschaft zurück – mit Verweis auf Bedenken wegen ihrer angeblich antisemitischen Haltung. Lies' Schritt folgte auf Kritik an einem Halloween-Foto Al-Sharifs, das von manchen als Darstellung einer Horrorfigur interpretiert wurde.

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Das EMAF hat in seinem Programm auch jüdische und israelische Perspektiven berücksichtigt. Während die Landesregierung die kuratorische Freiheit des Festivals respektiert, lehnt sie jede Form von Antisemitismus ausdrücklich ab. Bis April 2026 haben weder die Bundesregierung noch ein Kulturministerium öffentlich zum Streit Stellung genommen.

Al-Sharifs politische Äußerungen in sozialen Medien bleiben durch die Meinungsfreiheit geschützt. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Unabhängigkeit und der Verantwortung für umstrittene Standpunkte auf.

Die Vorstellung von "Morning Circle" wird wie geplant stattfinden; das EMAF hält an seiner Position fest. Stadt und Land haben ihre Ablehnung klar zum Ausdruck gebracht, greifen aber nicht weiter ein. Die Entscheidung des Festivals unterstreicht die Herausforderungen, freien Ausdruck mit ethischen Erwägungen bei öffentlichen Kulturveranstaltungen in Einklang zu bringen.

Quelle