30 May 2026, 22:06

"Ende Gelände" startet Protestwelle gegen Gasausbau und Rüstungsindustrie im Ruhrgebiet

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" startet Protestwelle gegen Gasausbau und Rüstungsindustrie im Ruhrgebiet

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz „Ende Gelände“ haben eine Protestwelle im Ruhrgebiet ausgelöst. Am Freitag beteiligten sich rund 1.500 Menschen an vier koordinierten Aktionen gegen fossile Infrastruktur und Rüstungsproduktion. Die Demonstrationen sind der Auftakt zu einer größeren Kundgebung am Samstag unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“.

In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo Betreiber:innen den Bau einer zusätzlichen Gaseinheit planen. Protestierende installierten zudem Solarpaneele auf dem Geländes, um erneuerbare Alternativen zu bewben. Unterdessen zog in Hamm ein als „rosa Finger“ bezeichneter Demonstrationszug zum Hauptbahnhof, begleitet von einem Transparent mit der Aufschrift „Energiekontzerne enteignen“. Die Polizei kesselte später eine Gruppe unter einer Brücke ein – begründet mit Verstößen gegen Vermummungsverbote.

Rund 200 Aktivist:innen unterbrachen in Mülheim an der Ruhr den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das zum Rüstungskonzern KNDS gehört und eine milliardenschwere Förderung durch die Bundesregierung erhalten soll. Die Protestierenden verteilten an Arbeiter:innen Gebäck mit dem Slogan „Waffeln statt Waffen“. An anderer Stelle besetzten Demonstrant:innen die Werksgleise von Europipe, Europas größtem Pipeline-Hersteller.

Die Aktionen sind Teil der Kampagne von „Ende Gelände“ gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur. Die Organisator:innen rufen zu noch größeren Teilnahmezahlen bei der Samstagsdemo auf, die einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien fordert.

Die Freitagproteste waren geprägt von Blockaden, symbolischen Installationen und direkten Konfrontationen mit den Behörden. Im Fokus standen Schlüsselfstandorte der Gasausbau- und Rüstungsindustrie. Mit einer weiteren Großdemo am Samstag zeigt die Bewegung keine Anzeichen für eine Beruhigung.

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