Erich von Däniken – der umstrittene Visionär der außerirdischen Menschheitsgeschichte ist tot
Noah JägerErich von Däniken – der umstrittene Visionär der außerirdischen Menschheitsgeschichte ist tot
Erich von Däniken, der umstrittene Autor, der vor allem durch seine Theorien über Besuche außerirdischer Wesen in der Antike bekannt wurde, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Sein erstes Buch Erinnerungen an die Zukunft (Originaltitel: Chariots of the Gods?) entwickelte sich nach seinem Erscheinen 1968 zu einem weltweiten Phänomen. Die Ideen des Schweizer Schriftstellers entfachten jahrzehntelange Debatten über die Ursprünge der Menschheit und den Einfluss außerirdischer Mächte.
Von Dänikens Debütwerk, das ursprünglich unter dem Titel Erinnerungen an die Zukunft erschien, wurde vom Econ Verlag mit einer Auflage von nur 6.000 Exemplaren veröffentlicht. Das Manuskript war stark überarbeitet worden von Wilhelm Utermann, einem ehemaligen NS-Journalisten, der unter dem Pseudonym Wilhelm Roggersdorf schrieb. Trotz anfänglicher Skepsis verkaufte sich das Buch millionenfach weltweit und katapultierte seine Thesen in die breite öffentliche Diskussion.
Zu seinen Behauptungen gehörte die Idee, dass die Pyramiden von Giza von einer außerirdischen Intelligenz erbaut worden seien. Zudem argumentierte er, die Bundeslade habe als außerirdisches Kommunikationsgerät fungiert. Diese kühnen Thesen zogen sowohl Faszination als auch scharfe Kritik von Wissenschaftlern und Historikern auf sich. In späteren Jahren arbeitete von Däniken mit dem Kopp Verlag zusammen und veröffentlichte zwischen 2003 und 2018 Titel wie Tomy und der Planet der Lüge. Seine Karriere blieb jedoch nicht ohne Kontroversen: In den 1990er-Jahren verbüßte er eine 18-monatige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung, bevor er vorzeitig wegen guten Verhaltens entlassen wurde. Von Däniken starb am Samstag in der Nähe seines Wohnorts Interlaken in der Schweiz.
Sein Tod markiert das Ende einer Ära für die Randarchäologie und spekulative Geschichtsforschung. Die Bücher, die er hinterlassen hat, prägen weiterhin alternative Theorien über antike Zivilisationen. Verleger und Leser alike erinnern sich an ihn als eine Persönlichkeit, die etablierte Vorstellungen über die Entwicklung der Menschheit herausforderte.