01 February 2026, 06:08

EU-Mercosur-Abkommen in der Schwebe: Hannover Messe ohne klare Handelsaussichten

Ein altes Europa-Karte aus dem frühen 20. Jahrhundert, das die Ausdehnung der Europäischen Union zeigt.

Onay: Mercosur-Streit trifft Hannover hart - EU-Mercosur-Abkommen in der Schwebe: Hannover Messe ohne klare Handelsaussichten

Das lang ersehnte Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur sollte im Mittelpunkt der diesjährigen Hannover Messe stehen. Brasilien, das Partnerland der Veranstaltung, hatte geplant, seine Industrien gemeinsam mit europäischen Unternehmen zu präsentieren. Doch eine jüngste Entscheidung des Europäischen Parlaments wirft nun Zweifel an der Zukunft des Abkommens auf.

Das EU-Mercosur-Abkommen zielt darauf ab, eine der größten Freihandelszonen der Welt zu schaffen und über 700 Millionen Menschen zu verbinden. Die Verhandlungen zogen sich über Jahre hin, wobei beide Seiten auf eine Steigerung des Handels mit Waren, Dienstleistungen und Investitionen hofften. Das Abkommen sollte ein zentrales Thema der Hannover Messe sein, wo brasilianische und europäische Firmen mögliche Partnerschaften erkunden wollten.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hatte das Abkommen als große Chance für die Region beworben. Er betonte die potenziellen Vorteile für die lokale Wirtschaft, insbesondere für den Automobilsektor. Doch die Begeisterung verflog, nachdem das Europäische Parlament beschloss, den Vertrag dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorzulegen.

Die Entscheidung, die von mehreren Abgeordneten der deutschen Grünen unterstützt wurde, verzögert die Ratifizierung. Onay kritisierte den Schritt als kurzsichtig und warnte, er könnte die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Südamerika schwächen. Trotz des Rückschlags gibt es bisher keine direkten Auswirkungen auf die brasilianische Teilnahme an der Hannover Messe 2024, da die Prüfung durch das Parlament lange nach der Veranstaltung eingeleitet wurde.

Das EU-Mercosur-Abkommen bleibt nach dem Eingreifen des Parlaments in der Schwebe. Unternehmen in Hannover und darüber hinaus stehen nun vor Unsicherheit über die künftigen Handelsbedingungen. Die Verzögerung bedeutet weitere Verhandlungen – und möglicherweise verpasste Chancen.