Europas Flugbranche setzt 2024 auf Rekordanteil nachhaltiger Kraftstoffe
Philipp HartmannEuropas Flugbranche setzt 2024 auf Rekordanteil nachhaltiger Kraftstoffe
Europas Nutzung von nachhaltigem Flugkraftstoff steigt stark an
In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff in Europa deutlich erhöht. 2024 erreichte der Anteil 2 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 Prozent im Jahr 2023. Wie ein hochrangiger EU-Vertreter nun bestätigt, hat der Kontinent das für 2025 gesetzte 2-Prozent-Ziel vorzeitig übertroffen.
Der rasche Anstieg fällt mit einer weltweit wachsenden Nachfrage nach synthetischem nachhaltigem Flugkraftstoff (eSAF) zusammen. Strenge Vorgaben, darunter die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation, haben die Produktion in diesem Jahr auf ein Volumen von 1 bis 2 Millionen Tonnen getrieben – was jedoch immer noch weniger als 1 Prozent des globalen Kraftstoffverbrauchs ausmacht.
Die EU hat im Rahmen von ReFuelEU Aviation klare Ziele vorgegeben: Bis 2025 müssen 2 Prozent des an europäischen Flughäfen getankten Kraftstoffs nachhaltig sein. Dieser Anteil soll bis 2030 auf 6 Prozent steigen, wobei synthetischer eSAF ab 2030 mindestens 1,2 Prozent und bis 2035 sogar 5 Prozent ausmachen muss. Langfristig strebt die EU einen eSAF-Anteil von 35 Prozent bis 2050 an.
Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), erklärte, Europa werde das Ziel für 2025 erreichen oder sogar übertreffen. Zugleich wies er Forderungen zurück, die eSAF-Vorgaben abzumildern. Die Regeln funktionierten wie vorgesehen, betonte er. Ein EU-Vertreter unterstützte diese Position und verwies darauf, dass sich die Maßnahmen bisher als wirksam erwiesen hätten.
Allerdings übt die Branchenvereinigung Airlines for Europe (A4E) Kritik: Begrenzte Verfügbarkeit und hohe Kosten könnten die Fortschritte gefährden. Die Europäische Kommission lehnt zwar eine Lockerung der eSAF-Anforderungen ab, räumt aber ein, dass die Bezahlbarkeit weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Weltweit hat sich die Produktion von eSAF und nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) in den letzten zwei Jahren stark ausgeweitet. Initiativen wie die US-SAF Grand Challenge haben dazu beigetragen, dass die Jahresproduktion 2025 voraussichtlich 1 bis 2 Millionen Tonnen erreichen wird. Doch selbst diese Menge liegt weit unter den geschätzten 17 Millionen Tonnen, die bis 2030 benötigt werden. Keine andere Region setzt derzeit so strenge Vorgaben wie die EU oder die USA durch.
Europas Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht und liegt 2024 bei 2 Prozent. Die EU hält an ihren Vorgaben fest und weist trotz Bedenken der Branche bezüglich Versorgung und Kosten Forderungen nach einer Abschwächung zurück.
Bis 2030 muss der Anteil nachhaltiger Kraftstoffe an europäischen Flughäfen 6 Prozent betragen, wobei synthetischer eSAF 1,2 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen soll. Zwar wächst die globale Produktion weiter, doch ob der künftige Bedarf gedeckt werden kann, hängt davon ab, ob es gelingt, die Kapazitäten auszubauen und die Kosten zu senken.






