28 March 2026, 10:11

Frauenfußball zeigt LGBTQ+-Offenheit – Männerfußball bleibt im Tabu gefangen

Eine Frau in einem weißen Hemd steht entschlossen vor einer Wand und hält ein Schild hoch, auf dem "LGBTQ+ Lives Matter" in fetter schwarzer Schrift steht.

Frauenfußball zeigt LGBTQ+-Offenheit – Männerfußball bleibt im Tabu gefangen

Frauenfußball in Deutschland bleibt Vorreiter bei LGBTQ+-Sichtbarkeit

Im deutschen Frauenfußball sind weiterhin die meisten LGBTQ+-Spielerinnen offen sichtbar: Allein in der Frauen-Bundesliga gaben bis März 2026 mindestens zwölf Spielerinnen ihre queere Identität öffentlich bekannt. Namen wie Sara Däbritz, Lina Magull und Giulia Gwinn stehen für diese Offenheit – sie sprechen seit Jahren offen über ihre sexuelle Orientierung. Im Männerfußball hingegen bleibt das Thema weitgehend tabu: In den ersten drei Ligen Deutschlands hat sich bisher kein aktiver Profi als schwul geoutet.

Der Kontrast zwischen Männer- und Frauenfußball wurde in diesem Monat noch deutlicher, als Christian Dobrick, U19-Trainer beim FC St. Pauli, sich öffentlich als schwul outete. Er kritisierte die anhaltende Schweigekultur im professionellen Männerfußball und bezeichnete Homosexualität dort als ein Tabu, das endlich gebrochen werden müsse. Seine Aussagen folgen auf jahrelanges Engagement von Initiativen wie Frauenfußball-LGBTQ , die sich für mehr Sichtbarkeit in der Frauen-Bundesliga einsetzen.

Der FC Bayern München betont, jeden Spieler voll und ganz zu unterstützen, der sich outen möchte. Auch der ehemalige Club-Präsident Uli Hoeneß unterstrich diese Haltung und erklärte, er sehe keinerlei Problem darin, wenn ein Trainer oder Spieler offen schwul lebe. Doch trotz dieser Signale der Akzeptanz hat sich bisher kein männlicher Profi in Bundesliga, 2. Bundesliga oder 3. Liga zu diesem Schritt entschlossen.

Im Frauenfußball herrscht dagegen eine andere Kultur: Spielerinnen wie Däbritz und Gwinn leben ihre Identität seit Jahren offen, während Initiativen kontinuierlich für mehr Inklusion werben. Die Kluft zwischen den beiden Bereichen des Fußballs zeigt, wie viel Nachholbedarf im Männerfußball noch besteht.

Dobricks Entscheidung, sich zu outen, erhöht den Druck auf den Profi-Männerfußball, sein Schweigen zu brechen. Vereine wie Bayern signalisieren zwar Unterstützung – doch die Tatsache, dass es in den oberen Ligen weiterhin keine offen schwulen Spieler gibt, bleibt unverändert. Bis auf Weiteres setzt der Frauenfußball die Maßstäbe für Offenheit – ein Level, das der Männerfußball noch lange nicht erreicht hat.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle