27 April 2026, 12:11

Fünf Monate Zwangshaft ohne Verurteilung: Mutter kämpft für Reformen

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung eines verzweifelten Mannes, der zwei weinende Kinder hält, begleitet von dem Text "Thompson hatte keine Opfer, die er den Kindern hinterlassen konnte, und sie weinten alle"

Fünf Monate Zwangshaft ohne Verurteilung: Mutter kämpft für Reformen

Anette W. wurde am Freitag nach fünf Monaten Zwangshaft aus der Frauenhaftanstalt Hildesheim entlassen. Sie war zu keiner Strafe verurteilt worden, sondern wegen des Vorwurfs inhaftiert worden, ihre Tochter nicht an den Vater des Kindes herausgegeben zu haben. Ihr Fall hat nun die Forderungen nach einer Abschaffung der Zwangshaft in Familienstreitigkeiten neu entfacht.

Anette W. war 2023 mit ihrer Tochter nach Frankfurt gezogen, während sie versuchte, das Sorgerecht gerichtlich zu klären. Im November 2025 wurde sie in der Stadt festgenommen und zunächst in einer Polizeizelle ohne Bettzeug oder Beschäftigungsmöglichkeiten festgehalten.

Später wurde sie in die Haftanstalt Hildesheim verlegt, wo die Bedingungen aufgrund von Schimmelbefall und chronischem Personalmangel schlecht waren. Während ihrer gesamten Inhaftierung erhielt sie nie eine persönliche Anhörung, um sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Die Haft basierte auf dem Vorwurf, sie habe sich geweigert, ihre Tochter herauszugeben – obwohl sie dem Vater angeboten hatte, das Kind abzuholen.

Am Freitagmorgen wurde sie schließlich freigelassen. Noch am selben Tag nahm sie an einem Gespräch mit dem Jugendamt teil. Die Behörden entschieden, dass ihre Tochter wieder bei ihr leben darf.

Während ihrer Haftzeit verlor Anette W. ihre Wohnung. Nun unterstützt sie Bestrebungen, die Zwangshaft in Familienstreitigkeiten zu beenden. Ihr Fall zeigt die Folgen solcher Maßnahmen auf – selbst wenn keine strafrechtliche Verurteilung vorliegt. Jetzt wird sie sich darauf konzentrieren, ihr Leben mit ihrer Tochter wieder aufzubauen.

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