Fürth trauert um Anette Reichstein – eine Lebensbilanz des sozialen Engagements
Philipp HartmannFürth trauert um Anette Reichstein – eine Lebensbilanz des sozialen Engagements
Anette Reichstein, eine engagierte SPD-Politikerin und langjährige Kämpferin für soziale Belange, ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Ihr Tod am 3. Juni 2026 markiert das Ende einer jahrzehntelangen Karriere in der Fürther Kommunalpolitik und im gemeinnützigen Engagement. Kollegen und Bürgerinnen erinnern sich an sie als unermüdliche Fürsprecherin für Jugendhilfe und Frauenrechte.
Geboren am 1. Mai 1951, begann Reichstein 1990 ihre öffentliche Laufbahn, als sie als SPD-Vertreterin in den Stadtrat von Fürth einzog. Bis 2008 blieb sie Stadträtin und wirkte zudem von 2002 bis 2008 als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion.
Über die Politik hinaus gehörte sie zu den Mitbegründerinnen des Fürther Frauenhauses sowie des Diakonievereins St. Martin – Einrichtungen, die bis heute benachteiligte Frauen unterstützen. Ab 1994 saß sie im Kirchenvorstand der Gemeinde St. Martin und verband so ihr politisches Wirken mit kirchlichem Gemeinschaftsengagement.
Ebenso prägend war ihr Einsatz für junge Menschen. Als Jugendschöffin setzte sie sich für den Schutz und die Stärkung von Jugendlichen ein. Ihre Tätigkeiten in der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erweiterten ihren Einfluss im sozialen Bereich. Selbst in späteren Jahren arbeitete sie noch im Büro des Landtagsabgeordneten Horst Arnold – bis kurz vor ihrem Tod.
2020 würdigte die Stadt Fürth ihr Lebenswerk mit dem Goldenen Kleeblatt und ehrte damit ihr jahrzehntelanges Engagement für das Gemeinwohl.
Reichstein hinterlässt ein Erbe des Einsatzes für benachteiligte Gruppen und beharrlichen öffentlichen Dienstes. Ihre Arbeit in Kommunalpolitik, Frauenhäusern und Jugendarbeit prägte das soziale Gesicht Fürths über Generationen hinweg. Die Stadt trauert um eine Persönlichkeit, die ihr Leben dem Wohl anderer widmete.






