GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert Konsequenz von Palla
Philipp HartmannGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert Konsequenz von Palla
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Strukturen des Konzerns als "Geldwäschemaschine" und forderte von Vorstandschefin Evelyn Palla entschlossenere Maßnahmen. Zwar unterstütze er ihre jüngsten Reformen, doch müsse sie mehr tun als nur Versprechungen abgeben.
Reißen warf der DB vor, ihre Finanzen durch interne Verrechnung eigener Dienstleistungen und die Aufsplitterung in Hunderte Tochtergesellschaften zu verschleiern. Diese Taktiken dienten seiner Ansicht nach dazu, Geldströme zu zersplittern und Steuergelder abzusichern. Kritik übte er auch an der Einstellung von Karin Dohm, die er für unqualifiziert halte – eine Entscheidung, die die Steuerzahler nun teuer zu stehen kommen könnte.
Gleichzeitig unterstützte er Pallas jüngsten Schritt, die Führungsebene um die Hälfte zu verkleinern, und bezeichnete dies als Schritt zu mehr Produktivität. Auch die Entlassungen von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, und Finanzvorständin Dohm begrüßte Reißen. Konsequenz in der Führung sei entscheidend, betonte er.
Dennoch zeigt sich Reißen frustriert über die allgemeine Ausrichtung der DB. Er drängte Palla, selbst stärker die Initiative zu ergreifen, statt sich auf vage Zusagen zu verlassen.
Seine Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen der DB und ihrer Belegschaft wider. Zwar befürwortet der Gewerkschaftschef Pallas Umstrukturierungen, verlangt aber schnellere und klarere Schritte. Seine Kritik deutet auf tiefgreifende Probleme in den finanziellen und führungstechnischen Praktiken des Unternehmens hin.






