Gerhard Schlikkers umstrittenes Erbe: Wie die Villa Schlikker zur NS-Geschichte gehört
Leni SchulzGerhard Schlikkers umstrittenes Erbe: Wie die Villa Schlikker zur NS-Geschichte gehört
Öffentlicher Vortrag am Donnerstag, dem 9. April, beleuchtet das umstrittene Leben Gerhard Schlikkers und die Geschichte der Villa Schlikker
Der Historiker Dr. Thorsten Heese wird die Diskussion um 18:30 Uhr leiten und dabei Schlikkers Verbindungen zur NSDAP sowie die Rolle des Gebäudes in der Osnabrücker Vergangenheit analysieren. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Topographie des Terrors, die sich mit dem Aufstieg autoritärer Regime beschäftigt.
Gerhard Schlikker erwarb das Anwesen am Heger Tor im Jahr 1926. Sechs Jahre später stellte er das Gebäude der NSDAP zur Verfügung und unterstützte die Partei offen, noch bevor diese an die Macht kam. Zwar belegen Unterlagen seine frühe Förderung, doch gibt es keine zugänglichen Quellen darüber, wie er sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu seiner NS-Vergangenheit äußerte.
Der Vortrag wird Schlikkers Handeln während der NS-Zeit und das Ausmaß seines politischen Engagements untersuchen. Zudem wird der allgemeine Wandel von einer republikanischen Gesellschaft zur Diktatur analysiert – anhand individueller Verhaltensweisen als Beispiel. Dass Schlikkers Name bei der Wiedereröffnung der Villa als Forum für Erinnerung und Zeitgeschichte nicht erwähnt wurde, spiegelt die anhaltenden Debatten über sein Erbe wider.
Der Eintritt zur Veranstaltung kostet 3 Euro, für unter 18-Jährige ist der Besuch kostenfrei.
Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, die Verbindung einer weniger bekannten Persönlichkeit zur NS-Geschichte zu erkunden sowie die Umwandlung des Gebäudes in einen Erinnerungsort nachzuvollziehen. Die Teilnehmer erfahren, wie die Villa Schlikker in die umfassendere Forschung zu Diktatur und Widerstand einzuordnen ist. Der Abend ist Teil der Reihe Topographie des Terrors, die sich mit den Strukturen autoritärer Herrschaft auseinandersetzt.






