Gorleben: Streit um 20 Jahre längere Atommüll-Lagerung ohne Endlager in Sicht
Philipp HartmannGorleben: Streit um 20 Jahre längere Atommüll-Lagerung ohne Endlager in Sicht
Atomanlage Gorleben: Streit um Verlängerung der Betriebsgenehmigung
Die deutsche Atommüll-Zwischenlagerstätte Gorleben bleibt ein Zankapfel, da ihre Betriebsgenehmigung bald ausläuft. Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung hat einen Antrag auf Verlängerung um weitere 20 Jahre gestellt – trotz anhaltender Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen. Derzeit lagern in Gorleben 113 Castor-Behälter, die zwischen 1995 und 2011 angeliefert wurden.
Die Anlage verfügt über 50 Zentimeter dicke Stahlbetonwände und eine 20 Zentimeter starke Dachplatte. Kritiker halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend. Lokale Aktivisten bezeichnen das Gebäude spöttisch als „Kartoffelscheune“ und verweisen auf seine Verwundbarkeit bei möglichen Anschlägen.
2024 begann die BGZ mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzwand um das Gelände. Zudem wurde nach Forderungen von Umweltschutzgruppen eine Flugverbotszone eingerichtet, die Anwohner berichten jedoch von häufigen Verstößen. Die erste Genehmigung für ein atomares Zwischenlager in Deutschland läuft 2034 aus – Gorleben ist davon als Erstes betroffen.
Der Antrag für Gorleben könnte richtungsweisend für alle anderen Zwischenlager im Land werden. Unterdessen dauert die Suche nach einem Endlager an; Experten rechnen nun mit einem Prozess, der noch mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.
Die Debatte um die Zukunft Gorlebens spiegelt die grundsätzlichen Bedenken bei der Atommülllagerung in Deutschland wider. Während über die Verlängerung des Betriebs und Sicherheitsnachrüstungen verhandelt wird, ringt das Land weiterhin nach einer langfristigen Lösung. Der erste Genehmigungsablauf 2034 verschärft den Handlungsdruck.
