Grünes Licht für zwei Gigawatt-Windstromkabel in Niedersachsen
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) hat Küstenabschnitte zweier zentraler Offshore-Windstromkabel genehmigt. Die als LanWin 4 und LanWin 5 bezeichneten Leitungen sollen Windparks in der Nordsee mit einer kombinierten Leistung von vier Gigawatt an das Festlandnetz anbinden. Die Entscheidung folgt auf jahrelange Beratungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen.
Die neu genehmigte Trasse umfasst rund 36 Kilometer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ). Diese verlaufen von der 12-Seemeilen-Grenze bis zum geplanten Landepunkt in Dornumergrode im Landkreis Aurich. Das Projekt wird von TenneT Offshore GmbH entwickelt, während die Genehmigungen für die Offshore-Abschnitte weiterhin beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) liegen.
Die NLStBV führte umfangreiche Anhörungen durch, um Bedenken – insbesondere zum Naturschutz im Wattenmeer und zu Auswirkungen auf geschützte Arten – zu berücksichtigen. Diese Genehmigung ergänzt die fast 1.287 Kilometer Energietrassen, die die Behörde seit 2019 freigegeben hat.
Die Offshore-Windkapazität Deutschlands hat mittlerweile die Marke von 10.000 Megawatt überschritten. Große Betreiber wie Vattenfall realisieren Projekte wie Nordlicht 1 & 2 (1,6 GW) in Kooperation mit BASF. Weitere aktive Windparks sind He Dreiht und Borkum Riffgrund 3. Gleichzeitig warten in Niedersachsen noch rund 1.000 Kilometer Leitungen auf Genehmigungen. Bis 2028 rechnet die NLStBV mit der Bearbeitung von 26 weiteren Verfahren, die mindestens 1.220 Kilometer neuer Trassen umfassen.
Die Genehmigung stellt einen wichtigen Schritt beim Ausbau der deutschen Offshore-Windinfrastruktur dar. Die Kabel LanWin 4 und LanWin 5 werden nach Inbetriebnahme vier Gigawatt erneuerbare Energie ins Netz einspeisen. Weitere Planfeststellungsverfahren für zusätzliche Routen sind bereits im Gange.