14 March 2026, 06:19

Günther Jauch kauft Loriots Kult-Haus am Starnberger See – ein Stück Comedy-Geschichte

Ein Plakat mit einer Europakarte von 1870, umgeben von Cartoons und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Günther Jauch kauft Loriots Kult-Haus am Starnberger See – ein Stück Comedy-Geschichte

Günther Jauch hat das ikonische Seegrundstück von Vicco von Bülow in Berg am Starnberger See erworben. Das Anwesen diente als Drehort für viele der berühmtesten Sketche und Filme des verstorbenen Komikers. Unter seinem Künstlernamen Loriot hinterließ von Bülow ein humoristisches Erbe, das eng mit diesem Haus verbunden ist.

Der Kauf passt zu Jauchs Engagement für den Erhalt kultureller Denkmäler, etwa seine Unterstützung bei der Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam.

Vicco von Bülow, entstammt einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie, wählte seinen Künstlernamen Loriot in Anlehnung an den Pirol – den Vogel im Familienwappen. Seine Karriere begann in den 1950er-Jahren mit satirischen Büchern wie Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute und Reinhold das Nashorn – Zwei Experten enthüllen 20 erprobte Liebestrick. In den 1970er-Jahren wurde er zum Star, oft an der Seite der Schauspielerin Evelyn Hamann.

Viele von Loriots Sketchen und Filmen entstanden in seinem Haus am Starnberger See. Küche, Esszimmer und andere Innenräume waren etwa in Pappa ante Portas (1991) zu sehen, wo die Esszimmerszenen der Familie Lohse gedreht wurden. Auch das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin diente als Kulisse für den Film. Bereits für Ödipussi (1988), einen seiner beiden Kinofilme, nutzte er das Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure.

Doch bleibt unklar, wie viele Szenen tatsächlich im Haus entstanden. Einige Aufnahmen könnten in den Bavaria Filmstudios in München oder an Orten rund um den Tegernsee entstanden sein. Sein Sketch Zimmerverwüstung (1976), der das Chaos nach einem kleinen Missgeschick zeigt, gehört möglicherweise zu den Werken, die anderswo gedreht wurden.

Jauchs Interesse an dem Anwesen dürfte auf seiner Bewunderung für Loriots Humor beruhen. Der Fernsehmoderator hat bereits Projekte zur Bewahrung national bedeutender Kulturgüter begleitet – ein Zeichen für sein Engagement im Denkmalschutz.

Das Haus am Starnberger See gehört nun Günther Jauch und verbindet damit zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Unterhaltungsbranche. Auch wenn die genaue Drehgeschichte des Anwesens umstritten bleibt, ist seine Verbindung zu Loriots Werk unbestritten. Der Verkauf sichert den Erhalt eines Ortes, der mit einigen der beliebtesten Komödien des Landes eng verknüpft ist.

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