Habermas-Archiv nun vollständig in Frankfurt - Habermas übergibt sein Lebenswerk der Goethe-Universität Frankfurt
Jürgen Habermas, einer der einflussreichsten Philosophen und Soziologen Deutschlands, hat nahezu sein gesamtes berufliches Archiv der Goethe-Universität Frankfurt übereignet. Die Sammlung, bekannt als Vorlass, wird ab 2026 für Forscher zugänglich sein. Sie umfasst unveröffentlichte Entwürfe, private Briefe und sogar seinen persönlichen Computer.
Bereits 2011 hatte Habermas der Universität Materialien bis zu seinem Ruhestand 1994 überlassen. Ein zweiter Teil, der 2025 eingereicht wird, deckt sein späteres Werk ab und enthält digitale Dateien, unveröffentlichte Texte sowie Korrespondenz mit Persönlichkeiten wie dem ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.
Der vollständige Zugang zum Archiv wird 2026 möglich sein. Die Goethe-Universität plant dafür eine zweijährige Forschungsstelle zur Aufarbeitung der Unterlagen. Mathias Jehn, Leiter der Abteilung Bestandsentwicklung der Frankfurter Universitätsbibliothek, ist überzeugt, dass der Vorlass tiefgehende Einblicke in Habermas’ intellektuelles Erbe bieten wird. Darüber hinaus hat der Philosoph zugesagt, seine gesamte Privatbibliothek nach seinem Tod der Universität zu vermachen.
Habermas’ Werk prägt seit Langem die politischen und gesellschaftlichen Debatten in Deutschland. Seine Schriften zu Demokratie, Kommunikation und Ethik werden in zahlreichen Disziplinen intensiv studiert.
Der Vorlass ermöglicht Wissenschaftlern den direkten Zugang zu unveröffentlichten Texten, privaten Briefwechseln und digitalen Aufzeichnungen Habermas’. Die ab 2026 eingerichtete Forschungsstelle soll die Sammlung für die zukünftige akademische Nutzung systematisch erschließen und auswerten. Mit dieser Schenkung ist sichergestellt, dass sein intellektuelles Vermächtnis auch künftigen Generationen als Studiengrundlage erhalten bleibt.