Hamburgs Handel kämpft mit US-Zöllen – doch die Stadt zeigt Widerstandskraft

Philipp Hartmann
Philipp Hartmann
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Eine Liniengrafik auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "EU-Importe und Nicht-EU-Handel" und einer blauen Linie für Importe und einer roten Linie für Exporte, die beide einen Anstieg über die Zeit zeigen.Philipp Hartmann

Tschentscher kritisiert US-Handelspolitik - Hamburgs Handel kämpft mit US-Zöllen – doch die Stadt zeigt Widerstandskraft

Hamburgs Handelslandschaft erlebte 2025 deutliche Umbrüche: Die Exporte in die USA brachen in den ersten drei Quartalen um über 60 Prozent ein. Der Rückgang folgte auf verschärfte US-Zölle, woraufhin die Stadtführung nach einer breiteren Ausrichtung der Handelsbeziehungen drängte. Trotz dieses Rückschlags stiegen Hamburgs Gesamthandelzahlen weiter an – ein Beleg für die Anpassungsfähigkeit der Stadt in einem volatilen globalen Markt.

Gleichzeitig feierte Hamburg seine lange Tradition als Drehscheibe des internationalen Handels. Beim diesjährigen Matthiae-Mahl, dem ältesten durchgehend veranstalteten Bankett der Welt, wurden die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, geehrt. Die Veranstaltung unterstrich Hamburgs Engagement für Freihandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Der drastische Einbruch der US-Exporte war eine Folge der Zollpolitik, die bereits unter der Präsidentschaft Donald Trumps eingeführt worden war. Bürgermeister Peter Tschentscher kritisierte diese Maßnahmen offen und argumentierte, sie schadeten dem transatlantischen Handel. Obwohl die Stadt in den USA schwere Verluste hinnehmen musste, betonten ihre Vertreter die Widerstandsfähigkeit und suchten nach Alternativen.

Hamburg setzt seit Langem auf die Freihandelsabkommen der Europäischen Union als zentrales Element für wirtschaftliche Stabilität. Beamte lobten jüngste Vereinbarungen wie das CETA-Abkommen mit Kanada und das Mercosur-Abkommen mit Lateinamerika als entscheidend für das Wachstum. Zudem begrüßte die Stadt ein neues Handelsabkommen mit Indien – ein Zeichen für die strategische Neuausrichtung hin zu einer größeren Vielfalt an Partnerschaften.

Die lokale Wirtschaft bleibt jedoch anfällig für globale Störungen, von geopolitischen Spannungen bis zu Lieferkettenengpässen. Doch Hamburgs Fähigkeit, Verluste in einem Bereich durch Gewinne in anderen auszugleichen, zeigt seine Flexibilität. Während nationale Daten ein moderates Exportwachstum nach Frankreich und in die Niederlande verzeichneten, lagen Hamburg-spezifische Zahlen für diese Märkte nicht vor.

Vor diesem Hintergrund betonte das Matthiae-Mahl Hamburgs historische Rolle als Handelsmetropole. Die Ausgabe 2025 ehrte Merkel und Costa für ihren Einsatz für die europäische Einheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die jahrhundertealte Tradition der Veranstaltung erinnerte an die nach wie vor engen Verbindungen der Stadt zum Welthandel.

Hamburgs Handelstrategie zielt nun darauf ab, die Abhängigkeit von China und den USA durch die Erschließung neuer Märkte zu verringern. Die Unterstützung für EU-geführte Abkommen und die Fähigkeit, Exportrückgänge zu verkraften, deuten auf einen bewussten Kurswechsel hin. Trotz anhaltender Herausforderungen verweisen Verantwortliche auf die steigenden Gesamthandelzahlen als Beweis für Hamburgs Anpassungsvermögen in einem unberechenbaren wirtschaftlichen Umfeld.

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