Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Philipp HartmannHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die traditionsreiche Zeitung. Sie wird das Amt am 1. Januar 2027 antreten und damit als erste Frau in den vierköpfigen Herausgeberrat einziehen. Ihre Berufung krönt Jahre des schrittweisen Wandels bei dem einst konservativ geprägten Blatt.
Bubrowski arbeitet seit 2013 als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin der FAZ. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf Rechtspolitik und die Grünen, was sich in die jüngere Entwicklung der Zeitung zu einer eher linksliberalen Ausrichtung einfügt. 2025 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttäte“ – ein weiterer Beleg für ihren wachsenden Einfluss.
Der Herausgeberrat der FAZ folgt einem kollegialen Führungsmodell, in dem sich vier Mitverleger die Verantwortung teilen. Bubrowski stößt zu Carsten Knop, der ebenfalls als „Modernisierer“ innerhalb der Runde gilt. Gemeinsam stehen sie für drei von vier Ratsmitgliedern, die die Zeitung nun in eine neue Richtung lenken.
Der Wandel begann nach dem Tod des langjährigen Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014. Die einst konservativ-bürgerliche FAZ hat seither zunehmend die Politik des grün-sozialdemokratischen Mainstreams aufgenommen. Bubrowskis Aufstieg spiegelt diese anhaltende Transformation wider.
Als erste Frau in dieser Position unterstreicht ihre Ernennung den Kurswechsel der FAZ. Ihr Hintergrund in der Berichterstattung über die Grünen und ihre preisgekrönte Kommentierung verdeutlichen die Hinwendung des Blattes zu einer gemäßigteren, progressiveren Haltung. Vollends wirksam wird dieser Schritt, wenn sie Anfang 2027 ihr Amt antritt.






