Historische Reform im Auswärtigen Amt: Tausende Mitarbeiter vor radikalen Änderungen
Noah JägerHistorische Reform im Auswärtigen Amt: Tausende Mitarbeiter vor radikalen Änderungen
Das Auswärtige Amt durchläuft die tiefgreifendste Strukturreform seit Jahren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine umfassende interne Umgestaltung eingeleitet, die Abteilungen, Aufgabenbereiche und sogar die E-Mail-Adressen von nahezu allen 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verändern wird.
Im Rahmen der Reform werden ganze Referate aufgelöst, zusammengelegt oder neu strukturiert. Vier Unterabteilungen und neun Fachreferate werden gestrichen.
Die Zuständigkeit für Russland und die Ukraine wird künftig beim Europa-Referat liegen. Der bisherige USA-/Kanada-Bereich wird in eine neue Amerika-Abteilung integriert, die erstmals Nord- und Lateinamerika vereint.
Sämtliche Einheiten in der Berliner Zentrale des Ministeriums erhalten neue Bezeichnungen. Betroffene Mitarbeiter müssen im Herbst ihre Büros wechseln. Fast alle Beschäftigten bekommen zudem eine neue E-Mail-Adresse.
Die beiden beamteten Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch treiben die Reform voran. Erfahrene Diplomaten werten die Neugestaltung der Rolle des Politischen Direktors als Zeichen für dessen geschwächten Einfluss.
Die Reformen stellen eine deutliche Wende in der Organisation des Ministeriums dar. Die Belegschaft muss sich an neue Strukturen, Standorte und Kommunikationssysteme anpassen. Die Änderungen sollen bis Ende des Jahres vollständig umgesetzt sein.
