25 May 2026, 02:07

Holzingers Pfingstspiel zwischen Hommage und provokanter Live-Kunst

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Holzingers Pfingstspiel zwischen Hommage und provokanter Live-Kunst

Florentina Holzinger inszeniert ihr erstes Pfingstspiel im Wiener Eislaufverein – eine Hommage an Hermann Nitsch zwischen Spektakel und Symbolkraft

Florentina Holzinger hat im Wiener Eislaufverein ihr erstes Pfingstspiel auf die Bühne gebracht – eine mutige Performance, die Spektakel, Symbolik und eine Verbeugung vor dem avantgardistischen Erbe Hermann Nitschs vereinte. Bekannt dafür, Grenzen auszuloten, füllte Holzinger die Veranstaltung mit atemberaubenden Bildern und waghalsigen körperlichen Akten.

Die Produktion begann am Heumarkt, bevor sie nach Schloss Prinzendorf verlegt wurde, dem historischen Schauplatz von Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort neu interpretierte Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble ein „Letztes Abendmahl“ im Schlosshof – einige Performerkünstlerinnen schwebten dabei in der Luft.

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Ein Monstertruck zermalmte später einen Panzer, der sich als Attrappe aus Holz entpuppte – der dramatische Höhepunkt der Aufführung. Kurz darauf landete eine Fallschirmspringerin mit einem Taubenhelm auf dem Feld, pflanzte eine weiße Fahne in das Trümmerfeld und setzte so ein Zeichen für den Frieden.

Zu den weiteren Szenen zählte eine nackte Frau, die langsam an der Fassade des Intercontinental Hotels hinabstieg. Holzinger integrierte eine „Malaktion“ mit Drohnen und extremen Nahaufnahmen von Performern mit Haken unter der Haut – eine direkte Anspielung auf Nitschs provokativen Stil. Den Abschluss bildete ein stilles, doch kraftvolles Bild: Holzinger und ihre „Jüngerinnen“ schwebten sanft über dem Boden.

Die Künstlerin setzte auf eine opulente Mischung aus Elementen: Autos, ein Motorrad, ein Fallschirmsprung und der Monstertruck. Jedes Detail unterstrich ihren Ruf, ungewöhnliche Räume zu erobern und Erwartungen zu sprengen.

Holzingers Pfingstspiel verband rohe Intensität mit Momenten zerbrechlicher Schönheit. Die Performance ehrte Nitschs Einfluss, zeigte aber auch ihren eigenen furchtlosen Zugang zur Live-Kunst. Das Publikum erlebte ein Spektakel, das zugleich chaotisch und präzise komponiert war – ein bleibender Eindruck in der Wiener Kulturszene.

Quelle