Hubschrauber kartiert Niedersachsens Grundwasser mit futuristischer SkyTEM-Methode
Leni SchulzHubschrauber kartiert Niedersachsens Grundwasser mit futuristischer SkyTEM-Methode
Hubschrauber-Vermessung kartiert Daten der Grundwasserverhältnisse in Teilen Niedersachsens
Vom 16. bis voraussichtlich 25. Februar wird zwischen Walsrode und Nienburg/Weser ein tief fliegender Hubschrauber mit einer großen Antenne im Schlepp zu sehen sein. Mit der Befliegung beginnen Experten eine detaillierte Erkundung der Grundwasserverhältnisse und Gesteinsschichten im Untergrund – mithilfe der sogenannten SkyTEM-Methode.
Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der A27 bei Walsrode bis zur Bundesstraße 214 zwischen Nienburg/Weser und Rodewald. Der Hubschrauber wird systematische Fluglinien in einem Abstand von etwa 300 Metern abfliegen und dabei rund 1.000 Kilometer zurücklegen. In einer Höhe von etwa 30 Metern misst das System die elektrische Leitfähigkeit der Gesteinsschichten bis in 300 Meter Tiefe.
Hohe Widerstandswerte deuten auf Sand oder Kies hin, während niedrige Werte auf Ton oder Salzwasser schließen lassen. Die Daten fließen in ein geologisches Modell der unterirdischen Strukturen ein, insbesondere der eiszeitlichen Rinnen, die Süßwasserleiter oder versalzte Zonen enthalten könnten.
Verantwortlich für die Vermessung ist das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), das damit Wissenslücken in der Hydrogeologie schließen will. Ähnliche SkyTEM-Befliegungen gab es in Niedersachsen bereits 2019 in der Norddeutschen Senke und 2023 in der Region Hannover. Auch andere Bundesländer wie Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg setzen die Methode seit einigen Jahren ein.
Nach der Auswertung werden die Ergebnisse – etwa zu Grundwasserqualität, Neubildungsraten und Verteilung – über den NIBIS-Kartenserver öffentlich zugänglich gemacht. Sie dienen als Grundlage für Entscheidungen zum Trinkwasserschutz und zur Planung von Geothermie-Projekten.
Die Daten sollen ein präziseres Bild der unterirdischen Wasserressourcen in der Region liefern. Behörden nutzen sie, um Trinkwasserschutzgebiete auszuweisen und Standorte für Geothermie-Bohrungen festzulegen. Die Vermessung ist Teil der bundesweiten Bemühungen, die hydrogeologische Planung zu verbessern.






