IG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräfteschwund in Sachsen-Anhalt
Noah JägerIG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräfteschwund in Sachsen-Anhalt
Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Die Initiative soll Fachkräfte vor Arbeitsplatzverlust während industrieller Umbrüche bewahren. Statt in die Arbeitslosigkeit abzugleiten, könnten Beschäftigte direkt in neue Positionen wechseln, in denen ihr Know-how besonders gefragt ist.
Die Industrie in Sachsen-Anhalt steht unter Druck durch Dekarbonisierung, digitale Transformation, verschobene globale Machtverhältnisse und eine alternde Belegschaft. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen drohen diese Herausforderungen erfahrene Arbeitskräfte zu verdrängen.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, kritisierte die aktuelle Praxis, Fachpersonal zu entlassen, um es später wieder anzuwerben. Dieser Kreislauf verschwende sowohl Talente als auch Ressourcen, betonte Gröger. Ein modernes Industrieregion müsse sich stattdessen auf reibungslose Übergänge konzentrieren – "nicht darauf, den Verlust wertvollen Wissens zu verwalten".
Das geplante Netzwerk soll als Brücke zwischen Krisenbranchen und wachsenden Sektoren mit Fachkräftemangel fungieren. Durch frühzeitige Vermittlung in neue Stellen – noch vor betriebsbedingten Kündigungen – will das System Teamstrukturen, Spezialkenntnisse und regionales Know-how erhalten. Bevor externe Lösungen gesucht werden, müssen Unternehmen jedoch zunächst interne Möglichkeiten ausschöpfen, um ihre Belegschaft zu halten.
Um das Vorhaben umzusetzen, plant die Gewerkschaft Gespräche mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Ziel ist ein dauerhaftes, sozial verantwortliches System, das bestehende Arbeitsmarktinitiativen in Sachsen-Anhalt vernetzt. Ein gut strukturiertes Netzwerk könnte Branchen mit Personalüberschuss und solche mit Fachkräftemangel ausbalancieren – und so einen kontinuierlichen Strom qualifizierter Arbeitskräfte dorthin lenken, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Der Erfolg des Netzwerks hängt von der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Arbeitsvermittlung ab. Gelingt die Umsetzung, könnte es Fachkräfte in Lohn und Brot halten und gleichzeitig die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Sachsen-Anhalts stärken. Im Mittelpunkt steht dabei, Arbeitsplätze zu sichern, bevor Arbeitslosigkeit zur einzigen Option wird.






